Beim Absturz eines italienischen Armeehubschraubers der EU-geführten Friedensmission Eufor Althea in Bosnien-Herzegowina sind vier Menschen ums Leben gekommen. Elf weitere Insassen wurden verletzt. Die Mission bestätigte das Unglück, die Absturzursache war zunächst unklar.

Nach Angaben der Mission stürzte der Hubschrauber vom Typ CH-47 Chinook am Donnerstag bei einem Routineeinsatz über dem Ort Gorica im Distrikt Brcko im Nordosten des Landes ab. Die Region liegt rund 180 Kilometer nordöstlich von Sarajevo. Keine Zivilisten seien verletzt worden, und an ziviler Infrastruktur seien keine Schäden entstanden. Zur Nationalität der Opfer machte die Mission zunächst keine Angaben.

Nach Angaben eines Krankenhaussprechers starben drei Insassen noch am Unglücksort, ein vierter erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Drei der Verletzten sollten vom Krankenhaus in der Stadt Brcko zur Weiterbehandlung in das rund 50 Kilometer entfernte Tuzla verlegt werden. Bosnische Medien hatten zunächst von drei getöteten und zwölf verletzten Besatzungsmitgliedern berichtet. Die Angaben aus Krankenhaus und Mission bildeten schließlich die Grundlage dieser Meldung.

Die Eufor-Mission soll vor allem die Umsetzung des Friedensvertrags von Dayton aus dem Jahr 1995 unterstützen. Als Nachfolgemission der von der Nato geführten Stabilisierungstruppe SFOR soll Eufor Althea im Balkanland für Sicherheit sorgen. Weitere Ziele sind die Ausbildung der bosnischen Streitkräfte und die Schaffung eines sicheren Umfelds für die Entwicklung des Landes.

Mehr als 30 Jahre nach Kriegsende bestehen in Bosnien-Herzegowina weiterhin erhebliche Spannungen zwischen den Volksgruppen der Serben, Kroaten und bosnischen Muslime. Vor allem auf Seiten der bosnischen Serben gibt es Tendenzen zu einer Abspaltung beziehungsweise einem Anschluss an Serbien. Insgesamt sind mehrere hundert Eufor-Soldaten im Land stationiert.

Auch Deutschland ist an der Mission beteiligt. Die Bundeswehr engagiert sich seit August 2022 mit bis zu 50 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz; bereits von 2004 bis 2012 war sie vor Ort. Das deutsche Engagement umfasst derzeit 36 Dienstposten. Die Absturzursache wird nach bisherigem Stand noch untersucht.

2Aufrufe

Nora Dietrich

Autor

Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.