In den Wochen vor und nach dem Tod des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein im August 2019 sind offenbar dubiose Geldflüsse in Millionenhöhe über eine seiner Banken auf den Virgin Islands abgewickelt worden. Wie der „Miami Herald“ unter Berufung auf vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente berichtet, war das Geldhaus des Finanzhändlers jahrelang inaktiv, bevor es von April bis Anfang Juli 2019 zu auffälligen Transaktionen kam. Demnach flossen in diesem Zeitraum mehr als 20 Millionen Dollar über die Southern Country International Bank.

Epstein war am 6. Juli 2019 wegen mutmaßlicher Sexualstraftaten festgenommen worden. Nur gut einen Monat später, am 10. August, wurde er tot in seiner Zelle im New Yorker Gefängnis aufgefunden. Die offizielle Todesursache lautete Suizid durch Erhängen, doch die Umstände seines Todes haben seitdem immer wieder Spekulationen und Verschwörungstheorien ausgelöst. Der neue Bericht über die Finanztransaktionen dürfte diese Debatten weiter anheizen.

Laut den Dokumenten wurden auch mehrere Monate nach Epsteins Tod noch einmal 25 Millionen Dollar über die Southern Country International Bank transferiert. Unklar bleibt jedoch, woher das Geld stammte und wohin es letztlich geflossen ist. Das US-Justizministerium hatte im Jahr 2020 eine Untersuchung zu diesen Geldflüssen eingeleitet. Diese wurde dem Bericht zufolge jedoch inzwischen ergebnislos eingestellt, ohne dass die Hintergründe der Transaktionen aufgeklärt werden konnten.

Der Fall Epstein beschäftigt die US-Justiz und die Öffentlichkeit weiterhin. Der einstige Multimillionär und Finanzier war jahrelang mit hochrangigen Politikern, Geschäftsleuten und Prominenten vernetzt gewesen. Ihm wurde vorgeworfen, über Jahre hinweg minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Epstein hatte stets seine Unschuld beteuert. Sein Tod setzte dem Strafverfahren ein abruptes Ende, ließ aber viele Fragen offen.

Die nun bekannt gewordenen Geldflüsse werfen neues Licht auf die möglichen Netzwerke und finanziellen Verflechtungen, die Epstein umgaben. Kritiker bemängeln, dass die Ermittlungen zu den Transaktionen ohne greifbare Ergebnisse eingestellt wurden. Sie fordern eine Wiederaufnahme der Untersuchungen, um die Herkunft und den Verbleib der Millionenbeträge zu klären. Die Southern Country International Bank selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Parallel zu diesen Enthüllungen sorgte US-Präsident Donald Trump mit einer Äußerung über die Rapperin Nicki Minaj für Aufsehen. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus bezeichnete Trump die 43-jährige Musikerin als „heiß“ und „gute Freundin“. Minaj, die in Trinidad und Tobago geboren wurde, hatte sich in der Vergangenheit mehrfach als Unterstützerin Trumps positioniert, obwohl sie während seiner ersten Amtszeit dessen Migrationspolitik noch scharf kritisiert hatte. Nach dem Treffen postete sie ein Bild mit Trump im Oval Office und kommentierte es mit den Worten „WhiteHouseBarbie mit ihrem Lieblingspräsidenten aller Zeiten“.

Die Entwicklungen rund um Epstein und die ungeklärten Geldflüsse bleiben ein brisantes Thema in den US-Medien. Während die Justizbehörden schweigen, spekulieren Beobachter über mögliche Verbindungen zu weiteren Personen aus Epsteins Umfeld. Der „Miami Herald“ hatte bereits in der Vergangenheit durch umfangreiche Recherchen zu Epsteins Vergehen und den vermeintlichen Versäumnissen der Strafverfolgungsbehörden auf sich aufmerksam gemacht.

Autor

Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.