Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat sich deutlich für eine künftige Aufgabe von Ex-Weltmeister Per Mertesacker im Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgesprochen. Der 41-jährige frühere Innenverteidiger, der 2014 mit der Nationalmannschaft Weltmeister wurde, hatte vor wenigen Tagen signalisiert, dass er für eine Rolle beim DFB bereitstehe. Hoeneß nannte nun mehrere Gründe, warum er Mertesacker für eine ideale Besetzung hält.
„Er hat als ehemaliger Profi große internationale Erfahrung. Er hat immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann“, sagte Hoeneß der „Bild“-Zeitung. Der langjährige Bayern-Manager betonte, dass Mertesacker nicht aus finanziellen Motiven handeln würde: „Und: Er würde es niemals des Geldes wegen machen, sondern weil es ihn reizt, mit seiner Leidenschaft etwas aufzubauen und voranzubringen. Genau diese Leute, die sich selbst hochgedient haben und bereit sind, hart zu arbeiten, brauchen wir jetzt.“
Mertesacker, der nach seiner aktiven Karriere die Nachwuchsakademie des FC Arsenal in London leitete, hatte seine Bereitschaft für den DFB erklärt. „Irgendwann mal beim DFB zu arbeiten und dem deutschen Fußball, dem ich so viel zu verdanken habe, etwas zurückzugeben, reizt mich. Dafür stehe ich natürlich zur Verfügung“, sagte der 41-Jährige. Sein größter sportlicher Erfolg war der Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien.
Hoeneß lobte auch Mertesackers Arbeit als TV-Experte beim ZDF: „Alles, was Per Mertesacker im Fernsehen sagt, hat Hand und Fuß. Er ist nie beleidigend und trotzdem kritisch. Wenn man acht Jahre lang bei Arsenal war, muss man etwas können – und genau das ist es, was wir jetzt brauchen.“ Der Ehrenpräsident des FC Bayern unterstrich damit die fachliche Kompetenz des ehemaligen Nationalspielers.
Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll es bereits Sondierungsgespräche zwischen Mertesacker und dem DFB gegeben haben. Der Verband steht nach dem dritten frühen Aus einer deutschen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft vor einem personellen Umbruch. Neben der Trainerfrage werden weitere Veränderungen in der Führungsebene erwartet.
Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen steht die Suche nach einem neuen Bundestrainer. Jürgen Klopp, der frühere Trainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool, gilt als Wunschkandidat, um die Nationalmannschaft wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Klopp und der DFB haben sich bereits grundsätzlich positioniert, die endgültigen Verhandlungen stehen jedoch noch aus.
Darüber hinaus muss für Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig, der den DFB zum Jahresende verlässt, ein Nachfolger gefunden werden. Die Personalie Mertesacker könnte in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, da der Verband nach neuen Impulsen sucht. Mertesacker bringt als ehemaliger Profi mit internationaler Erfahrung und als Leiter einer Nachwuchsakademie ideale Voraussetzungen mit.
Die deutsche Nationalmannschaft hatte bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar erneut frühzeitig die Segel streichen müssen. Bereits in der Gruppenphase war Schluss, was eine intensive Debatte über die Zukunft des deutschen Fußballs auslöste. Die Forderung nach frischem Personal und neuen Konzepten wird seitdem lautstark diskutiert.
Hoeneß‘ Unterstützung für Mertesacker kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der DFB dringend nach Lösungen sucht. Der Ehrenpräsident des FC Bayern gilt als einflussreiche Stimme im deutschen Fußball. Seine öffentliche Befürwortung könnte den Druck auf die Verbandsführung erhöhen, Mertesacker eine konkrete Rolle anzubieten.
Mertesacker selbst hat sich in den vergangenen Jahren als TV-Experte einen Namen gemacht und dabei stets eine sachliche, aber kritische Haltung gezeigt. Seine Erfahrung als Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal, einem der renommiertesten Klubs Englands, macht ihn zu einem gefragten Kandidaten für Führungsaufgaben im Fußball.
