Tamara Korpatsch hat am Sonntag das WTA-250-Turnier in Hamburg gewonnen. Die gebürtige Hamburgerin setzte sich im Finale gegen die Ungarin Anna Bondar mit 6:3, 6:3 durch und krönte damit eine überragende Turnierwoche vor heimischem Publikum. Für die 31-Jährige ist es der zweite Titel auf der WTA-Tour nach ihrem ersten Erfolg im Jahr 2023. Der Sieg bedeutet den Abschluss einer langen Leidenszeit, die von Verletzungen und Rückschlägen geprägt war.
Korpatsch war im vergangenen Jahr immer wieder von körperlichen Problemen gestoppt worden und in der Weltrangliste bis auf Rang 200 zurückgefallen. Nach dem Triumph am Rothenbaum wird sie ab Montag unter den besten 50 Spielerinnen der Welt geführt werden – die beste Platzierung ihrer Karriere. „Ich bin super happy“, sagte die 31-Jährige nach dem Match. „Mein Heimspiel zu gewinnen, in Hamburg, in meinem Club, vor meiner Haustür, bedeutet mir sehr viel.“ Die Emotionen waren ihr deutlich anzusehen, als sie den Sieg vor den begeisterten Zuschauern auf dem Centre Court feierte.
Das Finale gegen Bondar verlief schneller als von Korpatsch erwartet. Sie hatte mit einem Dreisatzmatch gerechnet, wie sie später erklärte. „Deshalb wollte ich das Spiel beim 5:3 im zweiten Satz unbedingt machen. Da habe ich dann richtig Druck gemacht.“ Mit dem ersten Matchball verwandelte sie den Sieg. Zuvor hatte sie sogar ihr Outfit gewechselt, um sich optimal zu fühlen. „Das habe ich dann komplett gewechselt“, verriet die Hamburgerin. Der Erfolg bringt ihr neben 250 Weltranglistenpunkten auch ein Preisgeld von 32.520 Euro. Historisch ist der Sieg auch: Als letzte deutsche Spielerin hatte Steffi Graf 1992 in der Elbmetropole triumphiert.
Die Turnierdirektorin Sandra Reichel zog unterdessen ein positives Fazit der achttägigen Veranstaltung. Trotz des wechselhaften Wetters am Finaltag – grauer Himmel und ungemütliche Bedingungen – war die Stimmung im Tennisstadion am Rothenbaum ausgelassen. Reichel lobte vor allem die Premiere der Hamburg Wheelchair Open, die parallel zu den Ladies Open stattfanden. „Dieses neue Format des Combined Events hat sich aus unserer Sicht komplett bewährt. Das Feedback von allen Seiten und die Qualität der Matches waren herausragend.“ Das Zuschauerinteresse für das Rollstuhltennis hielt sich zwar in Grenzen, dennoch soll die Veranstaltung im kommenden Jahr erneut am Rothenbaum ausgetragen werden.
Noch offen ist allerdings der Termin des Turniers im nächsten Jahr. Zudem läuft der Vertrag mit dem Hauptsponsor MSC aus, sodass die Zukunft des Events nicht endgültig gesichert ist. Für Tamara Korpatsch aber zählt zunächst der Moment: Der Heimsieg in Hamburg ist ein sichtbares Zeichen, dass sie nach ihrer Verletzungsmisere zurück auf der Erfolgsspur ist und sich zu den besten Spielerinnen der Welt zählen kann.
