Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht vor einem personellen Neuanfang auf der wichtigsten Position im deutschen Fußball. Julian Nagelsmann ist nach dem enttäuschenden Abschneiden der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 von seinem Amt als Bundestrainer zurückgetreten. Der DFB bestätigte am Freitag, dass der Vertrag mit dem 38-Jährigen mit sofortiger Wirkung aufgelöst wurde. Gleichzeitig haben die Verantwortlichen die Gespräche mit Jürgen Klopp aufgenommen, dem langjährigen Erfolgstrainer des FC Liverpool, der als absoluter Wunschkandidat für die Nachfolge gilt.
Der Rücktritt Nagelsmanns kommt nicht überraschend, nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada bereits in der Gruppenphase gescheitert war. Das frühe Aus besiegelte das Ende einer nur knapp dreijährigen Amtszeit, die mit großen Hoffnungen begonnen hatte. Nagelsmann hatte das Amt im September 2023 von Hansi Flick übernommen, der ebenfalls nach einem WM-Debakel in Katar 2022 hatte gehen müssen. Unter Nagelsmann zeigte die Mannschaft zwar phasenweise aufsteigende Form, konnte die hohen Erwartungen an ein Turnier aber nicht erfüllen.
Der DFB reagiert nun mit einer klaren Personalstrategie. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig, der ebenfalls zum Jahresende den Verband verlassen wird, und der designierte Sportvorstand Rudi Völler, dessen Zukunft weiterhin offen ist, haben die Fühler nach Jürgen Klopp ausgestreckt. Der 59-Jährige, der nach seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024 eine Auszeit vom Trainerjob genommen hatte, signalisierte bereits Bereitschaft für eine Rückkehr auf die große Bühne. Klopp gilt nicht nur wegen seiner Erfolge mit dem FC Liverpool, sondern auch wegen seiner emotionalen und mitreißenden Art als Idealbesetzung für den angeschlagenen deutschen Fußball.
Die Verhandlungen zwischen dem DFB und Klopp sollen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein. Insider berichten, dass beide Seiten grundsätzlich an einer Zusammenarbeit interessiert seien. Klopp, der in Mainz, Dortmund und Liverpool Maßstäbe setzte, würde damit nach mehr als einem Jahr Pause wieder auf die Trainerbank zurückkehren. Der DFB hofft, mit der Verpflichtung des charismatischen Fußballlehrers nicht nur sportlich neue Impulse setzen zu können, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung des Verbandes zu verbessern, der in den vergangenen Jahren durch sportliche Misserfolge und interne Querelen angeschlagen war.
Die Weltmeisterschaft 2026 endete für die deutsche Mannschaft mit einer herben Enttäuschung. Nach einem durchwachsenen Turnierverlauf reichte es nicht für den Einzug in die K.o.-Runde. Die Mannschaft um Kapitän İlkay Gündoğan und Torwart Manuel Neuer, der nach dem Turnier ebenfalls seinen Rücktritt aus der Nationalelf erklärte, fand nie zu der erhofften Konstanz. Die Niederlage gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner im entscheidenden Gruppenspiel besiegelte das Aus und löste eine Welle der Kritik an der Mannschaft und dem Trainer aus.
Nagelsmann selbst zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht, aber auch einsichtig. Er übernehme die Verantwortung für das Scheitern und räume den Weg für einen Neuanfang frei, hieß es aus seinem Umfeld. Der DFB dankte Nagelsmann für seinen Einsatz und betonte, dass man die Entscheidung respektiere. Nun liege der Fokus vollständig auf der Zukunft und dem Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft für die kommenden Aufgaben, darunter die Europameisterschaft 2028, für die Deutschland als einer der Gastgeber gesetzt ist.
Jürgen Klopp wäre nach Ansicht von Experten der ideale Kandidat, um die Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Seine Fähigkeit, Mannschaften zu formen, Talente zu integrieren und eine positive Kultur zu etablieren, wird im deutschen Fußball hoch geschätzt. Sollte die Verpflichtung gelingen, wäre dies ein echter Coup für den DFB und ein starkes Signal für die Zukunft der Nationalelf. Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob die Verhandlungen zu einem Abschluss kommen und Klopp tatsächlich das Amt des Bundestrainers übernimmt.
