Die Tour de France 2026 hat ihren deutschen Hoffnungsträger verloren. Florian Lipowitz ist am Dienstag bei der 16. Etappe, einem Einzelzeitfahren von Le Grand-Bornand nach Thonon-les-Bains, nach einem schweren Sturz ausgeschieden. Der 24-jährige Radprofi des Teams Red Bull–Bora–Hansgrohe kam in einer schnellen Rechtskurve zu Fall und schlug heftig auf dem Asphalt auf. Kurz darauf gab er das Rennen auf.

Lipowitz, der als einer der vielversprechendsten deutschen Fahrer der Rundfahrt galt, hatte zuvor ein starkes Zeitfahren gezeigt. Auf dem anspruchsvollen Kurs am Genfer See lag er zwischenzeitlich auf einem vielversprechenden Platz. Der Sturz in der Kurve beendete jedoch abrupt alle Hoffnungen auf ein gutes Gesamtergebnis. Nach dem Aufprall wurde der Fahrer noch an der Unfallstelle medizinisch versorgt und anschließend abtransportiert. Nähere Angaben zu seinen Verletzungen lagen zunächst nicht vor.

Der Etappensieg ging an den belgischen Olympiasieger und Weltmeister Remco Evenepoel, der wie Lipowitz für das Team Red Bull–Bora–Hansgrohe fährt. Evenepoel setzte sich im Kampf gegen die Uhr vor dem Slowenen Tadej Pogacar durch. Pogacar, der das Gelbe Trikot trägt, fuhr eine starke Zeit, musste sich aber dem Belgier geschlagen geben. Evenepoel zeigte sich nach dem Rennen erleichtert über den Sieg, äußerte aber auch Mitgefühl für seinen gestürzten Teamkollegen.

Der Ausfall von Lipowitz ist ein schwerer Schlag für die deutschen Hoffnungen bei der diesjährigen Tour de France. Der junge Fahrer aus dem baden-württembergischen Laupheim hatte sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und galt als Kandidat für eine Platzierung unter den besten Zehn der Gesamtwertung. Sein Team hatte ihn als Kapitän für die Gesamtwertung aufgestellt. Nun muss die Mannschaft ohne ihren designierten Spitzenfahrer auskommen.

Die 16. Etappe war mit 150 Kilometern und mehreren schweren Anstiegen bereits eine der anspruchsvollsten der diesjährigen Tour. Das Einzelzeitfahren über 40 Kilometer forderte den Fahrern alles ab. Lipowitz war gut in den Tag gestartet, doch der Sturz in der Kurve warf ihn aus dem Rennen. Die genauen Umstände des Unfalls sind noch unklar, es wird jedoch vermutet, dass die nasse Fahrbahn eine Rolle gespielt haben könnte.

Für die deutsche Radsport-Szene ist der Ausfall ein herber Rückschlag. Nach dem Rücktritt von Tony Martin und dem Karriereende von André Greipel gab es lange Zeit keinen deutschen Fahrer, der an der Spitze der Tour de France mitfahren konnte. Lipowitz galt als neuer Hoffnungsträger, der diese Lücke schließen sollte. Sein Sturz wirft die Frage auf, ob und wann ein deutscher Fahrer wieder um den Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt kämpfen kann.

Die Tour de France geht am Mittwoch mit der 17. Etappe weiter. Das Rennen führt von Thonon-les-Bains nach Courchevel, eine weitere schwere Bergetappe in den Alpen. Tadej Pogacar verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich und liegt weiterhin in Führung. Remco Evenepoel verbesserte sich durch seinen Etappensieg in der Gesamtwertung und liegt nun auf dem zweiten Platz. Die Spannung im Kampf um das Podium bleibt hoch, auch wenn der Ausfall von Lipowitz die deutschen Hoffnungen vorerst zunichtegemacht hat.