Fifa-Präsident Gianni Infantino plant einen milliardenschweren Verkauf von Anteilen an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren. Wie aus Kreisen des Verbandes bekannt wurde, sollen dabei nicht nur die Großbank JP Morgan, sondern auch Personen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump eine Rolle spielen. Der Plan sieht vor, die kommerziellen Rechte an den WM-Turnieren in eine eigene Tochtergesellschaft auszugliedern und diese dann teilweise an externe Geldgeber zu veräußern.

Das Vorhaben könnte dem Weltverband einen dreistelligen Milliardenbetrag einbringen, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Infantino erhofft sich davon offenbar eine deutliche Steigerung der Fifa-Einnahmen, die bislang vor allem aus Vermarktung der Weltmeisterschaften stammen. Die WM gilt als das finanziell wertvollste Sportereignis der Welt. Kritiker befürchten jedoch, dass der Einfluss privater Investoren die Unabhängigkeit des Fußballs gefährden könnte.

Besonders scharf fällt die Reaktion des europäischen Fußballverbands Uefa aus. Dieser bezeichnete die Pläne als „inakzeptabel“ und warnte vor einer Kommerzialisierung des Sports, die ausschließlich den Interessen einzelner Geldgeber diene. Die Uefa selbst hatte in der Vergangenheit wiederholt mit eigenen Finanzierungsmodellen für die Europameisterschaften experimentiert, steht einem Verkauf von Stimmrechten aber grundsätzlich ablehnend gegenüber.

Neben der Beteiligung von JP Morgan und Trumps Umfeld kursieren Gerüchte über weitere mögliche Investoren aus dem Nahen Osten und Asien. Offiziell bestätigt die Fifa die Gespräche bislang nicht. Insidern zufolge soll jedoch bereits eine Machbarkeitsstudie laufen, die rechtliche und regulatorische Hürden prüft. Ein Problem könnte die Zustimmung des Fifa-Rats sein, der bei strategischen Entscheidungen ein Mitspracherecht hat.

Infantino hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach versucht, neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Ausfälle bei Sponsoring und Ticketing haben den Druck auf den Verband erhöht. Gleichzeitig wachsen die Ausgaben für die Ausrichtung der Weltmeisterschaften, die immer aufwendiger werden. Der Verkauf von WM-Anteilen könnte langfristig stabile Einnahmen sichern, birgt aber das Risiko eines Kontrollverlusts.

In Fußballkreisen wird das Vorhaben kontrovers diskutiert. Während einige Funktionäre die Professionalisierung begrüßen, warnen andere vor einer Entfremdung des Sports von seinen Wurzeln. Die nächste WM in den USA, Kanada und Mexiko im Jahr 2026 steht bereits im Zeichen einer stark kommerziellen Ausrichtung. Sollte der Investoren-Deal zustande kommen, könnte dies die globale Fußballlandschaft nachhaltig verändern.

Die endgültige Entscheidung über den Verkauf von WM-Anteilen wird frühestens im kommenden Jahr erwartet. Bis dahin will die Fifa nach eigenen Angaben alle Optionen prüfen und auch die Mitgliedsverbände einbeziehen. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob Infantino mit seinem riskanten Vorstoß tatsächlich Erfolg hat oder ob der Widerstand aus Europa und anderen Regionen zu groß ist.