Der deutsche Fußballschiedsrichter Felix Zwayer hat die Weltmeisterschaft vorzeitig verlassen. Nach zwei Einsätzen als Hauptschiedsrichter ist seine Arbeit bei dem Turnier beendet. Der 45-Jährige reiste ab, nachdem er nicht für weitere Spiele nominiert wurde. Damit endet für den erfahrenen Unparteiischen aus Berlin die WM-Teilnahme früher als erhofft.

Zwayer hatte bei der WM zwei Partien geleitet. Sein erstes Spiel war die Begegnung zwischen Mexiko und Saudi-Arabien in der Gruppenphase. Dabei zeigte er eine solide Leistung und kam ohne größere Kontroversen aus. Im Achtelfinale folgte dann die Partie zwischen Portugal und der Schweiz. Auch diese Begegnung verlief aus Sicht des Schiedsrichters ohne nennenswerte Vorfälle. Dennoch entschied die FIFA-Kommission, Zwayer nicht für die Viertelfinalspiele oder darüber hinaus zu berücksichtigen.

Die vorzeitige Abreise von Zwayer ist kein Einzelfall bei großen Turnieren. Üblicherweise werden Schiedsrichter, die nicht mehr für die nächste Runde nominiert werden, nach Hause geschickt. Dieses Verfahren dient der Effizienz und vermeidet unnötige Kosten. Zwayer reiht sich damit in eine lange Liste von Unparteiischen ein, die bei Weltmeisterschaften nach wenigen Einsätzen abreisen mussten.

Während Zwayer die Heimreise antrat, darf sich sein deutscher Kollege Bastian Dankert weiterhin Hoffnungen auf eine Finalteilnahme machen. Dankert ist als Videoschiedsrichter (VAR) im Einsatz und gehört zu einem Team von Offiziellen, die bei strittigen Szenen per Video eingreifen. Der 44-Jährige aus Schwerin hat bei der WM bislang überzeugt und könnte beim Endspiel am 18. Juli in der Hauptstadt des Gastgeberlandes zum Einsatz kommen. Die endgültige Entscheidung über die Besetzung des Finalteams trifft die FIFA in den kommenden Tagen.

Die Situation der deutschen Schiedsrichter bei dieser WM zeigt ein gemischtes Bild. Während Zwayer als Hauptschiedsrichter vorzeitig ausscheidet, bleibt Dankert als VAR im Rennen. Beide gehören zu den erfahrensten Unparteiischen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zwayer pfeift seit 2009 in der Bundesliga und wurde 2012 FIFA-Schiedsrichter. Er leitete unter anderem das DFB-Pokalfinale 2017 und war bei der Europameisterschaft 2021 im Einsatz. Dankert ist seit 2014 FIFA-Schiedsrichter und hat ebenfalls zahlreiche internationale Spiele geleitet.

Die vorzeitige Abreise von Zwayer wirft auch ein Schlaglicht auf die allgemeine Leistungsbewertung von Schiedsrichtern bei Weltmeisterschaften. Die FIFA bewertet jeden Einsatz nach strengen Kriterien, darunter die Anzahl der richtigen Entscheidungen, die Spielführung und das Verhalten gegenüber Spielern und Trainern. Wer in diesen Kategorien nicht überzeugt, wird in der Regel nicht für weitere Spiele nominiert. Zwayer hatte bei seinen beiden Einsätzen keine gravierenden Fehler gemacht, aber offenbar auch nicht genug überzeugt, um im Turnier zu bleiben.

Für Zwayer persönlich ist die vorzeitige Abreise sicherlich eine Enttäuschung. Der Berliner hatte sich nach eigenen Angaben viel von dieser WM versprochen und auf eine längere Teilnahme gehofft. Dennoch kann er auf eine insgesamt erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mit 45 Jahren gehört er zu den älteren Schiedsrichtern im internationalen Geschäft, und es bleibt abzuwarten, ob er bei künftigen Turnieren wieder zum Einsatz kommt.

Die deutsche Schiedsrichterriege ist bei dieser WM insgesamt mit drei Offiziellen vertreten: Neben Zwayer und Dankert ist auch der Assistent Marco Achmüller im Einsatz. Achmüller assistiert bei den Spielen und könnte ebenfalls noch bis zum Finale dabei sein, falls seine Leistungen überzeugen. Die drei bilden ein Team, das den DFB bei der Weltmeisterschaft repräsentiert.

Die WM selbst nähert sich ihrem Höhepunkt. Die Viertelfinalspiele stehen an, und die Spannung steigt. Für die verbliebenen Schiedsrichter bedeutet dies eine weitere Steigerung der Anforderungen. Die Spiele werden härter, die Entscheidungen schwieriger. Die FIFA wird genau beobachten, wer in diesen entscheidenden Phasen die Nerven behält und die richtigen Entscheidungen trifft.

Bastian Dankert hat als Videoschiedsrichter eine besondere Rolle. Er sitzt nicht auf dem Feld, sondern im Kölner VAR-Zentrum oder vor Ort im Stadion und unterstützt den Hauptschiedsrichter bei strittigen Szenen. Seine Aufgabe ist es, klare und offensichtliche Fehler zu korrigieren. Bei dieser WM hat der VAR bereits mehrfach eingegriffen und für Diskussionen gesorgt. Dankert gilt als ruhiger und besonnener Experte, der in hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt.

Die Entscheidung über die Finalbesetzung wird in den nächsten Tagen erwartet. Sollte Dankert zum Finalteam gehören, wäre dies eine große Auszeichnung für den deutschen Fußball. Der letzte deutsche Schiedsrichter, der ein WM-Finale leitete, war Wolfgang Stark im Jahr 2010 als Assistent. Seitdem hat kein deutscher Unparteiischer mehr die Ehre gehabt, beim Endspiel der Weltmeisterschaft dabei zu sein.

Für Felix Zwayer beginnt nun die Sommerpause. Er wird sich erholen und dann auf die neue Bundesliga-Saison vorbereiten. Die vorzeitige Abreise von der WM wird ihn nicht davon abhalten, weiterhin auf höchstem Niveau zu pfeifen. Der DFB hat ihm bereits das Vertrauen ausgesprochen und ihn für die kommende Saison als Spitzenschiedsrichter nominiert. Die WM-Erfahrung wird ihm dabei helfen, auch in Zukunft souverän zu bleiben.