Gut drei Wochen nach dem Aus von Julian Nagelsmann als Bundestrainer befindet sich die Verpflichtung von Jürgen Klopp durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der entscheidenden Phase. Vor einer finalen Sitzung der zuständigen Gremien will der Verband jedoch noch offene Details klären. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hätte es am Donnerstagvormittag zu einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG kommen sollen. Der DFB selbst dementierte diese Angaben jedoch und stellte klar, dass es noch weiteren Klärungsbedarf gebe. Eine Einladung an die Gremienmitglieder habe es demnach nicht gegeben.

Der Vertrag des neuen Bundestrainers muss abschließend von Aufsichtsrat und Gesellschaftern beschlossen werden. Der 59-jährige Klopp war von Anfang an der Favorit und nach Angaben der Verbandsführung um Präsident Bernd Neuendorf auch der einzige Kandidat für die Nachfolge von Julian Nagelsmann. Dieser hatte wenige Tage nach dem enttäuschenden WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay am 29. Juni in Foxborough seinen Posten als Cheftrainer geräumt. Nagelsmann, der an diesem Donnerstag seinen 39. Geburtstag feiert, besaß noch einen Vertrag als DFB-Cheftrainer bis zur Europameisterschaft 2028.

Klopp soll nach übereinstimmenden Berichten einen Vierjahresvertrag bis zur nächsten Weltmeisterschaft im Jahr 2030 erhalten. Die Zustimmung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung gilt als sicher, nachdem die DFB-Spitze mit Präsident Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Verhandlungspartnern Lösungen erzielen konnte. Eine hohe Hürde auf dem Weg zur Verpflichtung Klopps war lange Zeit dessen vertragliche Bindung als Head of Global Soccer an den Getränkehersteller Red Bull. Mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff konnten jedoch offenbar Lösungen vereinbart werden, die insbesondere dem Verband weitere hohe Kosten neben der Millionenabfindung für Nagelsmann ersparen sollen.

Die Präsentation des neuen Bundestrainers könnte womöglich bereits am Freitag auf dem Frankfurter Verbandscampus stattfinden. Der DFB selbst hält sich bis zur endgültigen Klärung aller Details jedoch bedeckt. Die Verbandsführung um Neuendorf und Watzke hatte in den vergangenen Wochen intensiv an der Verpflichtung Klopps gearbeitet und dabei verschiedene Hürden aus dem Weg geräumt. Neben der vertraglichen Situation bei Red Bull mussten auch finanzielle Fragen geklärt werden, um die Verpflichtung des populären Trainers zu ermöglichen.

Klopp, der zuvor beim FC Liverpool und Borussia Dortmund große Erfolge gefeiert hatte, gilt als Wunschkandidat der DFB-Spitze, um die Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden WM-Aus wieder in die Erfolgsspur zu führen. Die deutsche Elf war bei der Weltmeisterschaft in den USA bereits im Sechzehntelfinale gescheitert, was als einer der größten Misserfolge in der Geschichte des DFB gewertet wurde. Die Verpflichtung Klopps soll nun einen Neuanfang markieren und die Mannschaft für die kommenden Turniere, insbesondere die WM 2030, neu formieren.

Bis zur endgültigen Unterschrift unter den Vertrag müssen jedoch noch letzte Details geklärt werden. Der DFB betonte, dass die Einladung an die Gremienmitglieder für eine finale Sitzung noch nicht verschickt worden sei. Es gebe noch Abstimmungsbedarf in verschiedenen Punkten, die jedoch nicht näher spezifiziert wurden. Beobachter rechnen dennoch damit, dass die Verpflichtung Klopps in den nächsten Tagen offiziell verkündet wird.