Der Titelverteidiger Argentinien hat sich ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gekämpft. Im Viertelfinale setzte sich die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni gegen die Schweiz mit 3:1 nach Verlängerung durch. Dabei blieb Superstar Lionel Messi erstmals nach neun WM-Spielen in Serie ohne eigenen Treffer, doch seine Teamkollegen sorgten für die Entscheidung.

Vor 69.045 Zuschauern im Arrowhead Stadium von Kansas City, der Heimstätte der NFL-Mannschaft Kansas City Chiefs, erwischte Argentinien einen guten Start. Bereits in der zehnten Minute brachte Alexis Mac Allister seine Mannschaft in Führung, als er eine Ecke von Messi per Kopf unhaltbar für den Schweizer Torwart Gregor Kobel ins Netz beförderte. Die zahlreichen argentinischen Fans auf den Tribünen feierten den Treffer frenetisch.

Die Schweiz, die ihr erstes Viertelfinale seit der Heim-WM 1954 erreicht hatte, steckte den frühen Rückstand jedoch gut weg. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit wurden die Schweizer nach dem Seitenwechsel stärker. In der 67. Minute gelang Dan Ndoye nach feinem Zusammenspiel mit Ricardo Rodriguez der Ausgleich per Flachschuss. Damit war die Partie wieder völlig offen.

Eine entscheidende Wendung nahm die Begegnung in der 72. Minute, als Breel Embolo nach einer Schwalbe und VAR-Einsatz die Gelb-Rote Karte sah. Der frühere Schalker und Gladbacher vergoss Tränen und musste von seinen Teamkollegen getröstet werden. Die Verwarnung für Argentiniens Leandro Paredes wurde zurückgenommen, stattdessen musste der Schweizer vom Platz. In Unterzahl wehrte sich die Schweiz tapfer, musste aber in der Verlängerung die Entscheidung hinnehmen.

In der 112. Minute erzielte Julián Álvarez mit einem herrlichen Schlenzer das 2:1 für Argentinien. Lautaro Martínez sorgte in der Nachspielzeit der Verlängerung mit einem Konter für den 3:1-Endstand. Messi, der in der regulären Spielzeit noch knapp am Tor vorbeigeschossen hatte, blieb ohne Tor, bereitete aber das erste Tor per Eckball vor. Der 39-Jährige kam zu seinem 15. K.-o.-Spiel bei Weltmeisterschaften und überflügelte damit den deutschen Ex-Weltmeister Miroslav Klose in dieser Statistik.

Argentinien hatte bereits in den ersten beiden K.-o.-Runden gegen die Außenseiter Kap Verde und Ägypten große Mühe gehabt und beide Spiele erst in der Verlängerung gewonnen. Auch gegen die Schweiz tat sich der Titelverteidiger lange schwer. Die Schweiz musste auf ihren Top-Torjäger Johan Manzambi verzichten, der nach einer Knieverletzung nicht rechtzeitig fit wurde. Der 20-Jährige, der vor einem Wechsel vom SC Freiburg zu Newcastle United steht, fehlte dem Team mit seiner Schnelligkeit vor allem bei Kontern.

Im Halbfinale trifft Argentinien am Mittwoch in Atlanta auf England. Die Three Lions hatten zuvor Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung besiegt. Für die Schweiz war das Erreichen des Viertelfinals bereits ein großer Erfolg, nachdem sie bei der Heim-WM 1954 zuletzt in dieser Runde gestanden hatte.