Argentinien hat sich durch ein atemberaubendes Comeback in der Schlussphase für das WM-Finale qualifiziert. Der Titelverteidiger besiegte England im Halbfinale in Atlanta mit 2:1 und wahrt damit die Chance auf die erneute Titelverteidigung. Die internationale Presse feiert die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni für ihre außergewöhnliche Moral, während die englischen Medien Trainer Thomas Tuchel für die Niederlage verantwortlich machen.
Lange Zeit sah es nach einem englischen Sieg aus. Die Three Lions gingen durch einen Treffer von Anthony Gordon in Führung und kontrollierten das Spiel über weite Strecken. Fünf Minuten vor dem regulären Ende führte England noch mit 1:0, ehe Argentinien innerhalb von nur sieben Minuten das Spiel komplett drehte. Enzo Fernández erzielte den Ausgleich, bevor Lautaro Martínez in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für die Albiceleste köpfte. Es war die dritte WM-Halbfinalniederlage Englands in Folge, eine schmerzhafte Serie, die die englische Presse nun ausführlich analysiert.
Die englische Zeitung «The Sun» titelte: «Welt des Leids. Die Three Lions sind am Boden zerstört.» Die Fans schimpften demnach: «Das geht auf Tuchels Konto.» Der englische Nationaltrainer Thomas Tuchel wurde wegen seiner Auswechslungen scharf kritisiert. «The Mirror» schrieb: «Das ist herzzerreißend. Tuchels Wechsel gehen nach hinten los.» Auch «The Telegraph» kommentierte: «Es gab viele Stolpersteine auf dem Weg und viel zu viele Demütigungen im Laufe der Jahre, aber als England fünf Minuten vor Schluss in einem WM-Halbfinale führte, hatte man das Gefühl, dass es diesmal vielleicht anders sein könnte.» Die Vorwürfe gegen den deutschen Trainer werden nach Ansicht des Blattes noch Jahre anhalten.
In Argentinien hingegen herrscht Jubelstimmung. Die Zeitung «Clarín» schrieb: «Argentinien schreibt gegen England erneut Geschichte: Die Albiceleste dreht ein weiteres episches Spiel und steht im Finale gegen Spanien.» «Olé» feierte die Mannschaft als «Helden» und sprach von einer «historischen Aufholjagd». «La Nación» bezeichnete den Sieg als «einen Sieg für die Ewigkeit». Besonders hervorgehoben wurde die Leistung von Lionel Messi, der zwei Assists beisteuerte. Die italienische «Gazzetta dello Sport» schrieb: «Zwei Assists von Messi und Lautaros Tor in der 92. Minute: Argentinien dreht das Spiel gegen England und stürmt ins Finale gegen Spanien!»
Die spanische Presse blickt bereits voller Vorfreude auf das Endspiel am Sonntag. «Marca» titelte: «Wir haben das Finalissima! Wie wunderbar! Was für ein Durcheinander, Tuchel!» «AS» schrieb: «Messi will einen weiteren WM-Titel. Eine brillante und technisch versierte Schlussphase brachte Argentinien ins Finale gegen Spanien am Sonntag.» Die katalanische Zeitung «Sport» widmete Messi eine besondere Hommage: «Er ist unsterblich. Einzigartig. Unersetzlich. Lionel Andrés Messi Cuccittini weigert sich zu gehen. Der Kapitän führte Argentiniens Wunderteam in Atlanta zu einem epischen Comeback, eliminierte England und schrieb damit erneut Geschichte.»
Die französische «L'Équipe» sprach von einem «heroischen Argentinien»: «Fünf Minuten vor dem Ende zurückliegend und erneut bis an die Grenzen gedrängt, hat Argentinien wieder eine außergewöhnliche Remontada geschafft, um die Three Lions an diesem Mittwoch in Atlanta aus dem Turnier zu werfen.» «Le Figaro» bezeichnete die Mannschaft als «unverwüstlich» und «unermüdlich» und erinnerte an das Achtelfinale gegen Ägypten, als Argentinien ebenfalls ein spätes Comeback gelang. Die österreichische «Krone-Zeitung» fasste das Spiel mit einem Wort zusammen: «Wahnsinn! Was war das für eine Schlacht in Atlanta!»
Für England bleibt die Hoffnung auf den ersten WM-Titel seit 1966 weiterhin unerfüllt. Die «USA Today» schrieb: «Es ist eine bittere Niederlage für ein englisches Team, das weiterhin auf seinen ersten Titel seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1966 wartet.» Die Three Lions verabschieden sich nach einer starken Turnierleistung mit erhobenem Haupt, wie der «Corriere dello Sport» anmerkte. Das Finale am Sonntag verspricht ein hochklassiges Duell zwischen dem Titelverteidiger Argentinien und dem amtierenden Europameister Spanien zu werden.
