Argentinien hat das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen England mit 2:1 (0:0) gewonnen und sich damit den Einzug ins Finale gesichert. Die Mannschaft um Superstar Lionel Messi drehte die Partie in Atlanta mit zwei späten Toren und setzte sich gegen eine englische Auswahl durch, die lange Zeit geführt hatte. Für Argentinien ist es die zweite Finalteilnahme in Folge, nachdem das Team bereits 2022 den Titel holte. Im Endspiel trifft die Albiceleste auf Spanien.
Die Partie begann ausgeglichen, beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken der ersten Halbzeit. England ging nach der Pause durch ein Tor von Anthony Gordon in Führung, das auf eine präzise Flanke zurückging. Die Three Lions schienen auf Kurs Richtung Finale, doch Argentinien steigerte sich in der Schlussphase und drehte die Begegnung innerhalb von sieben Minuten. Enzo Fernández erzielte den Ausgleich, bevor Lautaro Martínez in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer köpfte und die englischen Träume vom zweiten WM-Titel nach 1966 zerstörte.
Lionel Messi, der in der ersten Halbzeit kaum in Erscheinung getreten war, lieferte in der entscheidenden Phase zwei Vorlagen und führte sein Team damit erneut zu einem Comeback. Internationale Medien feierten den Superstar für seine Leistung. Die spanische Zeitung „Mundo Deportivo“ schrieb von einer „spektakulären Leistung“ des 38-Jährigen, der die Mannschaft auf seinen Schultern getragen habe. Die französische „L’Équipe“ titelte: „Sie haben es wieder getan“ und verwies auf das erneute Comeback der Argentinier.
In England richtete sich die Kritik vor allem auf Trainer Thomas Tuchel. Mehrere britische Medien hinterfragten dessen taktische Entscheidungen, insbesondere die frühe defensive Ausrichtung nach der Führung. Die „Daily Mail“ sprach von „weiterem Schmerz für England“ und betonte, dass die Three Lions ihr drittes WM-Halbfinale in Folge verloren hätten. Der „Daily Star“ bezeichnete eine Entscheidung Tuchels als „katastrophal“ und warf dem Trainer vor, dass seine Wechsel nach hinten losgegangen seien. Der „Telegraph“ prognostizierte, dass die Vorwürfe gegen Tuchel „noch Jahre anhalten“ würden.
Die argentinische Presse feierte den Sieg hingegen überschwänglich. „La Nación“ sprach von einem „Triumph für die Ewigkeit“ und lobte die beste Turnierleistung der Mannschaft. „Clarín“ berichtete von einem „Sturmlauf der Argentinier in den letzten Minuten“. Die Zeitung „Pagina12“ hob den „heldenhaften Sieg“ hervor, bei dem das Team einen Rückstand aufgeholt und England verdient geschlagen habe. In Spanien, dem Finalgegner, titelte die „Marca“: „Argentinien überrollt England in sieben Minuten“ und kündigte eine „Finalíssima“ zwischen den beiden Teams an.
Das Finale der Weltmeisterschaft findet am Sonntag statt. Argentinien trifft dort auf Spanien, das sich im ersten Halbfinale durchgesetzt hatte. Für Lionel Messi ist es die dritte WM-Finalteilnahme seiner Karriere. England hingegen muss die erneute Enttäuschung verdauen und bleibt weiterhin ohne Titel seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1966. Die Three Lions hatten in der K.o.-Runde starke Leistungen gezeigt, scheiterten jedoch erneut im Halbfinale an einem favorisierten Gegner.
Die Partie in Atlanta war von hoher Intensität geprägt. Beide Teams lieferten sich ein taktisch geprägtes Duell, das erst in der Schlussphase seine entscheidenden Momente fand. Argentinien zeigte dabei einmal mehr seine Comeback-Qualitäten, die bereits in früheren Turnierphasen zu beobachten waren. Die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni bewies Moral und Kampfgeist, was ihr in der internationalen Presse den Beinamen „Mentalitätsmonster“ einbrachte.
