Ein neuer Kinofilm erinnert an den dritten deutschen WM-Titel, der sich 2025 zum 35. Mal jährt. Die Dokumentation «Ein Sommer in Italien», die an diesem Montag in die Kinos kommt, zeigt unveröffentlichte Aufnahmen von 1990 und lässt die damaligen Helden noch einmal auf ihren Triumph zurückblicken. Am 8. Juli 1990 besiegte die deutsche Nationalmannschaft im Olympiastadion von Rom Argentinien mit 1:0 und holte sich den Weltmeistertitel. Das entscheidende Tor erzielte Andreas Brehme per Elfmeter.
Für die meisten Spieler des DFB-Kaders war dieser Erfolg der Höhepunkt ihrer fußballerischen Karriere. Nur wenige von ihnen blieben nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn im Rampenlicht oder konnten an ihre glanzvollen Momente auf dem Rasen anknüpfen. Der persönliche Kontakt untereinander ist jedoch nie abgerissen: Die Weltmeister von 1990 treffen sich noch regelmäßig, wie aus dem Umfeld der Mannschaft bekannt ist.
Nur eine Handvoll der damaligen Spieler war nach dem Karriereende über einen längeren Zeitraum als Trainer oder Funktionär tätig. Andreas Brehme, der Schütze des entscheidenden Elfmetertores im Finale, ist bereits gestorben. Auch Teamchef Franz Beckenbauer und Stürmer Frank Mill sind mittlerweile verstorben. Beckenbauer, der die Mannschaft 1990 als Teamchef betreute, hatte nach dem Titelgewinn eine berühmte Prophezeiung abgegeben: Deutschland werde nach der Wiedervereinigung und mit den Top-Spielern aus der DDR «über Jahre unschlagbar sein». Diese Vorhersage bewahrheitete sich nicht.
Als Titelverteidiger schied die deutsche Nationalelf 1994 bei der Weltmeisterschaft in den USA bereits im Viertelfinale aus. Zwar gewann Deutschland 1996 noch die Europameisterschaft, danach folgten jedoch magere Jahre. Erst mit der Heim-WM 2006, dem sogenannten «Sommermärchen», begann der Aufschwung, der schließlich 2014 mit dem vierten WM-Titel in Brasilien seinen Höhepunkt fand. Seit 1990 gewann Deutschland nur diesen einen weiteren WM-Titel.
Die Dokumentation «Ein Sommer in Italien» wirft nun einen detaillierten Blick auf das Turnier vor 35 Jahren. Sie zeigt nicht nur die sportlichen Höhepunkte, sondern auch die Geschichten hinter den Spielern, die damals zu Helden wurden. Viele von ihnen haben nach der aktiven Karriere völlig andere Wege eingeschlagen. Einige arbeiten im Fußballgeschäft, andere haben sich ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Filmemacher haben für die Doku zahlreiche Interviews mit den damaligen Protagonisten geführt.
Der WM-Titel 1990 war für die Bundesrepublik Deutschland der letzte große Erfolg vor der Wiedervereinigung. Das Turnier in Italien gilt bis heute als eines der denkwürdigsten der deutschen Fußballgeschichte. Die Bilder von Kapitän Lothar Matthäus mit dem WM-Pokal, dem einsamen Franz Beckenbauer auf dem Rasen des Olympiastadions und dem entscheidenden Elfmeter von Andreas Brehme sind bis tief im kollektiven Gedächtnis verankert.
Die aktuelle Dokumentation bietet nun die Gelegenheit, diese Erinnerungen aufzufrischen und zu erfahren, was aus den Helden von Rom geworden ist. Der Film zeigt, dass der Ruhm von damals für die meisten Spieler nicht von Dauer war, der Zusammenhalt der Mannschaft aber bis heute anhält.
