Bei den Landtagswahlen in Berlin zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als 2023 ab. Bis 12 Uhr hatten 27,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das teilte die Landeswahlleitung mit. Der Wert liegt über dem Vergleichszeitraum des Jahres 2023, als die Beteiligung zur Mittagszeit niedriger lag. Die genauen Zahlen von damals wurden zunächst nicht genannt.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo ebenfalls ein neuer Landtag gewählt wird, werden erste Angaben zur Wahlbeteiligung erst am Nachmittag erwartet. Dort hatten die Wahllokale am Morgen geöffnet. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gab ihre Stimme in Schwerin ab. Auch der CDU-Spitzenkandidat Holm wählte in der Landeshauptstadt. Beide Parteien liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Die höhere Beteiligung in Berlin könnte auf ein gestiegenes Interesse an der Wahl hindeuten. Beobachter werten den Wert als erstes Signal für einen lebhaften Wahlkampf. Die endgültige Wahlbeteiligung wird erst nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr feststehen. Dann werden auch die ersten Prognosen und Hochrechnungen erwartet.
Neben den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gibt es weitere politische Entwicklungen. Der Druck auf Verteidigungsminister Boris Pistorius wächst, schnell einen neuen Generalinspekteur der Bundeswehr zu benennen. Der Posten ist seit dem Rücktritt von Generalinspekteur Carsten Breuer vakant. Breuer hatte sein Amt im Zusammenhang mit der Affäre um abgehörte Gespräche zur Verfügung gestellt. Pistorius steht nun in der Kritik, die Nachfolge nicht zügig genug zu regeln.
Die Wahl in Berlin gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundesregierung. Die regierende Koalition aus CDU und SPD muss sich gegen die Opposition behaupten. In Umfragen lag die CDU zuletzt vorn, gefolgt von den Grünen und der SPD. Die AfD könnte ebenfalls in das Abgeordnetenhaus einziehen. Die FDP und die Linke bangen um den Wiedereinzug.
In Mecklenburg-Vorpommern regiert derzeit eine Koalition aus SPD und CDU unter Ministerpräsidentin Schwesig. Die SPD liegt in Umfragen knapp vor der CDU. Die AfD könnte drittstärkste Kraft werden. Die Wahl gilt als richtungsweisend für die künftige Ausrichtung des Landes. Schwesig hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs eine Koalition mit der CDU fortzusetzen.
Die Wahllokale in beiden Ländern sind bis 18 Uhr geöffnet. Erste Ergebnisse werden kurz nach Schließung erwartet. Die Wahlbeteiligung am Mittag lag in Berlin bei 27,9 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern werden die ersten Zahlen am Nachmittag veröffentlicht. Die endgültigen Ergebnisse werden für den späten Abend erwartet.

