US-Präsident Donald Trump hält an seiner Einschätzung fest, dass Russlands Präsident Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. „Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines Reporters. Die Äußerung fällt vor dem Hintergrund der deutschen Vorwürfe gegen Russland wegen eines versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig.

Dort war am 4. August eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden, in deren Nähe sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge befanden. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung machte Russland für den Vorfall verantwortlich und verhängte Strafmaßnahmen. Unter anderem sollen das russische Generalkonsulat in Bonn und das Russische Haus in Berlin schließen. Mehrere EU-Staaten bestellten russische Diplomaten ein, zudem bereitet die EU weitere Sanktionen vor. Russland weist die Vorwürfe zurück. Putin bezeichnete die deutschen Maßnahmen als „Fehler“ und warf der Bundesregierung vor, aus innenpolitischen Gründen zu handeln.

Parallel zu seiner Stellungnahme kündigte Trump einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an. Seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff seien mit einem Vorschlag „zur Beendigung des Kriegs“ auf dem Weg nach Moskau und Kiew. „Wir haben sie hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“, sagte Trump. Es gebe möglicherweise eine gute Chance dafür. Konkrete Details zu dem Vorschlag nannte er nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, dass die US-Vermittler am Sonntag in Kiew erwartet werden. Zuvor sollten sie Moskau besuchen. „Es ist heute besprochen worden, dass Steve Witkoff und Jared Kushner erst Moskau besuchen und am Sonntag nach Kiew reisen werden“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Ukraine bereite sich darauf vor. Kiew werde, wie bei früheren diplomatischen Besuchen der US-Seite, den normalen Betrieb des russischen Luftraums für den Besuch gewährleisten. Von ukrainischer Seite werde es keine Luftangriffe geben, Russland müsse spiegelbildlich reagieren, so Selenskyj.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte, die USA hätten darauf bestanden, dass die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorübergehend einstellen, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten. Die Russen müssten ihre Raketenangriffe auf Kiew stoppen. Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte die Reise nicht bestätigen: „Ich werde nichts ankündigen. Wenn diese Kontakte stattfinden, werden wir darüber informieren“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung für die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Kriegs zuständig. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche allerdings auf Eis, weil Washington sein Augenmerk auf den Konflikt mit dem Iran richtete. Die US-Vermittler haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren aber für ihre Vermittlungsbemühungen noch nie in Kiew. Zuletzt saß Washington im Februar als Vermittler bei direkten Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew in der Schweiz am Tisch. Ein echter Durchbruch wurde bislang nicht erreicht.

Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.