Die US-Armee hat in der Nacht zum Donnerstag eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Es ist bereits die zwölfte Nacht in Folge, dass amerikanische Streitkräfte Ziele in dem Land attackieren. Das zuständige Regionalkommando Centcom erklärte auf der Plattform X, Ziel der Angriffe sei militärische Infrastruktur. Die Operationen dienten dazu, „die Fähigkeit des Iran weiter zu schwächen, zivile Seeleute und Handelsschiffe in den Gewässern der Region zu bedrohen“.

Die jüngste Eskalation folgt auf eine deutliche Verschärfung der Rhetorik von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte zuvor mit einer Ausweitung der Angriffe auf zivile Infrastruktur gedroht. „Jedes Mal, wenn die Islamische Republik Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt, werden die Vereinigten Staaten eine Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren und zerstören“, schrieb Trump in Online-Netzwerken. Die Drohung markiert eine signifikante Ausweitung der militärischen Konfrontation zwischen beiden Ländern.

Die Führung in Teheran reagierte umgehend mit eigenen Drohungen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf X, im Fall von US-Angriffen auf Irans Infrastruktur werde es massive Vergeltung geben. „Unsere Verteidigungsrichtlinie ist klar: Auge um Auge“, schrieb der Minister. Jeder Angriff auf den Iran, einschließlich seiner Infrastruktur, werde „eine kraftvolle und entschlossene Reaktion nach sich ziehen“. Zudem kündigte Teheran eine Ölblockade als Vergeltungsmaßnahme an.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Auslöser waren wiederholte Angriffe iranischer Streitkräfte auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öltransport. Die USA reagierten zunächst mit gezielten Militärschlägen gegen militärische Einrichtungen, doch die Lage eskaliert nun weiter. Die Huthi-Rebellen im Jemen, die vom Iran unterstützt werden, haben ebenfalls Drohungen gegen die Schifffahrt ausgesprochen, was den Druck auf die internationale Handelsschifffahrt zusätzlich erhöht.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge. Experten warnen vor einer unkontrollierten Eskalation, die den gesamten Nahen Osten destabilisieren könnte. Die Straße von Hormus ist für den globalen Ölmarkt von zentraler Bedeutung: Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls passiert diese Meerenge. Eine Blockade oder anhaltende militärische Auseinandersetzungen in der Region könnten die Ölpreise in die Höhe treiben und die Weltwirtschaft belasten.

Die USA haben ihre militärische Präsenz in der Region in den letzten Tagen weiter verstärkt. Das Centcom erklärte, die Angriffe dienten dem Schutz der zivilen Schifffahrt und der Aufrechterhaltung der freien Durchfahrt durch internationale Gewässer. Kritiker werfen der US-Regierung jedoch vor, mit den Drohungen gegen zivile Infrastruktur völkerrechtliche Grenzen zu überschreiten. Die Genfer Konventionen verbieten Angriffe auf zivile Einrichtungen, es sei denn, sie werden zu militärischen Zwecken genutzt.

Die iranische Führung hat ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen signalisiert, aber gleichzeitig betont, dass man sich nicht erpressen lasse. Außenminister Araghtschi erklärte, der Iran sei an einer diplomatischen Lösung interessiert, werde aber auf jede militärische Aggression angemessen reagieren. Die USA haben bislang keine konkreten Schritte zu einer Deeskalation erkennen lassen. Stattdessen bekräftigte Trump seine harte Linie und drohte mit weiteren Angriffen, falls der Iran seine Aktivitäten in der Straße von Hormus nicht einstelle.

Die Lage bleibt angespannt. Beobachter befürchten, dass die gegenseitigen Drohungen zu einer weiteren militärischen Eskalation führen könnten, die schwerwiegende Folgen für die gesamte Region und die globale Wirtschaft hätte. Die zwölfte Angriffswelle der USA zeigt, dass beide Seiten vorerst nicht bereit sind, nachzugeben. Die internationale Gemeinschaft drängt auf eine diplomatische Lösung, doch die Fronten scheinen verhärtet.