Die Stuttgarter Influencerin Hanadi Diab hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Stuttgart eröffnete am 3. Juli ein Regelinsolvenzverfahren, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Erst vor kurzem war bekanntgeworden, dass die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) ein Bußgeld von 36.000 Euro gegen Diab verhängt hatte. Es handelt sich um das höchste Bußgeld, das in Baden-Württemberg jemals gegen einen Influencer oder eine Influencerin verhängt wurde.
Die Geldbuße ist bereits rechtskräftig. Hintergrund sind mehrere Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht für Werbung in sozialen Medien. Die LFK stellte fest, dass Diab zwischen Mai und Juli 2025 in Instagram-Storys bezahlte Kooperationen nicht oder nur unzureichend gekennzeichnet hatte. Dafür habe sie Geld und Sachleistungen erhalten. In einigen Fällen fehlte der Werbehinweis komplett, in anderen war er für die Nutzer nicht auf den ersten Blick erkennbar – etwa weil die Schriftart zu klein, die Farbe zu unauffällig oder die Einblendung zu kurz war. Inklusive Gebühren und Auslagen muss Diab insgesamt 37.803,50 Euro zahlen. Die LFK überwacht regelmäßig die Einhaltung der Kennzeichnungspflichten in sozialen Medien und verhängt bei Verstößen Bußgelder.
Diab wies die Vorwürfe in einem auf TikTok veröffentlichten Video zurück. Sie kennzeichne jede Kooperation und bestehe darauf, transparent zu sein, erklärte die 39-Jährige. Die Kritik der LFK beziehe sich ihrer Ansicht nach auf formale Details der Gestaltung. «Man sieht doch überall, dass es eine Anzeige ist», sagte sie. Trotz der Insolvenz kann Diab ihre Tätigkeit als Influencerin fortsetzen. Der Insolvenzverwalter Johannes Hauser gab den Geschäftsbetrieb aus der Insolvenzmasse frei. Weitere Angaben zum Verfahren machte er nicht.
Diab erreicht mit ihrem Beauty-, Mode- und Lifestyle-Content mehr als 760.000 Follower auf Instagram und knapp 139.000 auf TikTok. Sie zählt damit zu den bekanntesten Influencerinnen in Baden-Württemberg. Ihr Management wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu dem Insolvenzverfahren äußern. Ihre Reichweite macht sie zu einer einflussreichen Stimme in der Branche.
Der Fall verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Durchsetzung von Werbekennzeichnungspflichten in sozialen Netzwerken. Die LFK hat angekündigt, Verstöße konsequent zu verfolgen. Branchenbeobachter sehen in dem hohen Bußgeld ein Signal an die gesamte Influencer-Community. Die Insolvenz der Betroffenen zeigt, dass solche Verfahren existenzielle finanzielle Folgen haben können. Das Insolvenzverfahren regelt nun die Begleichung offener Forderungen, auch des Bußgelds. Ob Diab ihre Karriere langfristig fortsetzen kann, bleibt abzuwarten. Der Fall macht deutlich, dass Influencer bei der Kennzeichnung von Werbung keine Nachlässigkeit riskieren sollten.
