Das für diesen Montag geplante Außenministertreffen der Golfstaaten im Oman ist kurzfristig verschoben worden. Das teilte der omanische Außenminister Badr al-Busaidi am späten Abend auf der Plattform X mit. «Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben», schrieb al-Busaidi. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht genannt.

Nach Berichten war ursprünglich geplant, dass der Iran und der Oman bei dem Treffen eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorstellen wollten. Die anderen Golfstaaten waren lediglich eingeladen, um über die Einzelheiten der Vereinbarung informiert zu werden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. Der omanische Außenminister betonte, man setze sich weiterhin für «einen Dialog ein, der Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit» in der Region fördere. Reaktionen aus Teheran oder von den beteiligten Golfstaaten gab es zunächst nicht.

Bereits im Vorfeld hatte es Spannungen unter den eingeladenen Staaten gegeben. Der Inselstaat Bahrain, der im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt war, hatte mitgeteilt, das Treffen zu boykottieren. Auch das gut informierte Webportal «amwaj» berichtete über Spannungen unter den geladenen Staaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate etwa wollten nicht ihren Außenminister entsenden, sondern lediglich einen Staatssekretär. Diese Signale dürften die Absage des Treffens begünstigt haben.

Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zum zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge. Auch Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten werden über die Route exportiert. Die Einschränkungen belasten die Weltwirtschaft und setzen US-Präsident Donald Trump unter Druck. Die Verschiebung des Treffens verdeutlicht, wie schwierig eine schnelle Einigung im Konflikt um die Meerenge bleibt.

Die Absage des Gipfels in Salalah dürfte die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter verkomplizieren. Eine Vereinbarung zwischen dem Iran und dem Oman hätte als erster Schritt zu einer Entspannung an der Straße von Hormus dienen können. Nun bleibt unklar, wann die Gespräche fortgesetzt werden. Der omanische Außenminister machte keine Angaben zu den genauen Gründen der Verschiebung oder zu einem möglichen neuen Zeitpunkt. Beobachter werten die Entwicklung als Rückschlag für die Bemühungen um eine dauerhafte Lösung.

Für die Region steht viel auf dem Spiel. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, könnten die Exporte aus den Golfstaaten noch stärker beeinträchtigt werden. Die Weltwirtschaft reagiert bereits auf die Unsicherheit. Die Verschiebung des Treffens zeigt, dass die beteiligten Staaten noch weit von einer gemeinsamen Linie entfernt sind. Oman bemüht sich weiter um eine vermittelnde Rolle, doch ohne die Bereitschaft aller Seiten wird eine Einigung schwer bleiben.

Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.