Der ukrainische Aktivist und Freiwillige Serhij Sternenko hat am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal erklärt, dass General Oleksandr Syrskyj nicht mehr Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte sei. Sternenko schrieb lediglich: «Syrskyj ist nicht mehr Oberbefehlshaber.» Die Nachricht verbreitete sich rasch in ukrainischen Medien und sozialen Netzwerken.

Kurz darauf reagierte der offizielle Telegram-Kanal von Oleksandr Syrskyj mit einem ironischen Kommentar. Dort wurde Sternenkos Aussage zitiert und mit den Worten kommentiert: «Sternenko ist kein Rapper mehr. 1:1.» Die öffentliche Nachricht ist unter der Adresse t.me/osirskiy/1771 einsehbar. Der Tonfall der Antwort deutet darauf hin, dass es sich möglicherweise um eine humorvolle oder sarkastische Replik handelt, nicht um eine offizielle Stellungnahme.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt weder ein offizielles Dekret des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch eine Bestätigung durch das Verteidigungsministerium oder den Generalstab vor. Die Behauptung Sternenkos ist daher als nicht verifizierte Information zu betrachten, die auf einer persönlichen Mitteilung beruht. Offizielle Stellen haben sich bislang nicht zu der Angelegenheit geäußert.

Die Meldung kommt vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Kritik an der militärischen Führung der Ukraine. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Stimmen aus Politik und Gesellschaft den Rücktritt von General Syrskyj gefordert. Kritiker werfen ihm unter anderem eine unzureichende Koordination der Verteidigungsoperationen und mangelnde Transparenz vor. Auch der Druck auf Präsident Selenskyj, personelle Konsequenzen zu ziehen, hat zugenommen. Allerdings gibt es keine offiziellen Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen dieser öffentlichen Debatte und Sternenkos Aussage.

Serhij Sternenko ist in der Ukraine vor allem als Aktivist und ehemaliger Teilnehmer der Euromaidan-Proteste bekannt. Er engagiert sich seit Jahren in der Freiwilligenarbeit für die ukrainischen Streitkräfte und verfügt über eine große Anhängerschaft in sozialen Netzwerken. Seine Aussagen werden oft als Indikator für Stimmungen in der ukrainischen Zivilgesellschaft gewertet, sind aber nicht mit offiziellen Regierungsmitteilungen gleichzusetzen.

General Oleksandr Syrskyj wurde im Februar 2024 zum Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte ernannt, nachdem sein Vorgänger Walerij Saluschnyj entlassen worden war. Syrskyj gilt als erfahrener Militärstratege, der unter anderem die Verteidigung von Kiew in den ersten Kriegswochen und die Gegenoffensive in der Region Charkiw im Herbst 2022 leitete. Seine Amtszeit war jedoch auch von Kontroversen geprägt, insbesondere im Zusammenhang mit der langwierigen Verteidigung von Bachmut.

Die Nachricht über seinen angeblichen Rücktritt hat in ukrainischen und internationalen Medien für Aufsehen gesorgt. Analysten weisen darauf hin, dass ein solcher Schritt erhebliche Auswirkungen auf die militärische Führungsstruktur und die Moral der Truppen haben könnte. Sollte sich die Information bestätigen, wäre dies der zweite Wechsel an der Spitze der ukrainischen Armee innerhalb weniger Monate.

Bis zur offiziellen Bestätigung bleibt die Lage unklar. Die Redaktion beobachtet die Entwicklung und wird bei Vorliegen offizieller Informationen aktualisieren. Es wird empfohlen, die Nachricht mit Vorsicht zu behandeln, bis eine offizielle Stellungnahme der ukrainischen Regierung oder des Generalstabs vorliegt.