Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Montagmittag auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main Jürgen Klopp offiziell als neuen Bundestrainer vorgestellt. Der 58-Jährige tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann an, der nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026 zurückgetreten war. Die Pressekonferenz, die live im Fernsehen und im Internet übertragen wurde, markiert den Beginn einer neuen Ära für die deutsche Nationalmannschaft.
Klopp, der zuvor beim FC Liverpool und Borussia Dortmund große Erfolge gefeiert hatte, zeigte sich in seiner Antrittsrede kämpferisch und selbstbewusst. „Ich bin hier, um etwas zu bewegen“, sagte der gebürtige Stuttgarter. „Die letzten Turniere waren nicht das, was wir uns als Fußballnation vorstellen. Wir haben die Qualität, wir haben die Spieler, und wir werden alles dafür tun, dass Deutschland wieder eine führende Rolle im Weltfußball einnimmt.“ Der DFB hatte sich nach wochenlangen Verhandlungen mit Klopp geeinigt, der einen Vertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 unterschrieben haben soll.
Neben Klopp wurde auch Per Mertesacker als neuer Geschäftsführer des DFB vorgestellt. Der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister von 2014 soll künftig die sportliche Leitung und die strategische Ausrichtung des Verbandes verantworten. Mertesacker, der zuletzt als Nachwuchskoordinator beim FC Arsenal tätig war, betonte die Bedeutung einer langfristigen Entwicklung: „Wir müssen wieder eine klare Philosophie entwickeln, die von der Jugend bis zur A-Nationalmannschaft durchgängig ist. Jürgen und ich werden eng zusammenarbeiten, um diese Vision umzusetzen.“
Die Entscheidung für Klopp kommt nach einer Reihe von enttäuschenden Turnieren für die deutsche Nationalmannschaft. Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar war das Team bereits in der Vorrunde ausgeschieden, und auch die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land endete mit einem frühen Aus im Viertelfinale. Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko brachte erneut keine Wende: Deutschland schied im Achtelfinale gegen Spanien aus. Diese Ergebnisse hatten die Diskussion um einen Neuanfang im deutschen Fußball verstärkt.
Klopp gilt als einer der erfolgreichsten und charismatischsten Trainer der Welt. Mit Borussia Dortmund gewann er zweimal die deutsche Meisterschaft und erreichte 2013 das Finale der Champions League. Beim FC Liverpool führte er den Verein 2019 zum Champions-League-Titel und 2020 zur ersten englischen Meisterschaft nach 30 Jahren. Seine Fähigkeit, Mannschaften zu formen und Spieler individuell weiterzuentwickeln, wird als einer der Hauptgründe für seine Verpflichtung genannt.
Die Reaktionen auf die Ernennung fielen überwiegend positiv aus. Fans und Experten zeigten sich erleichtert, dass der DFB einen Trainer von internationalem Format verpflichten konnte. „Klopp ist genau der Richtige, um die Mannschaft wieder aufzurichten“, kommentierte der ehemalige Nationalspieler Lothar Matthäus. „Er hat die Erfahrung, die Autorität und die emotionale Intelligenz, um diese Mannschaft zu führen.“ Auch die Spieler äußerten sich hoffnungsvoll. Kapitän İlkay Gündoğan sagte: „Jürgen ist eine Legende. Wir freuen uns alle auf die Zusammenarbeit und sind bereit, für ihn zu kämpfen.“
Kritische Stimmen gab es jedoch auch. Einige Beobachter wiesen darauf hin, dass Klopp in den letzten Jahren bei Liverpool mit Verletzungsproblemen und schwankenden Leistungen zu kämpfen hatte. Zudem sei die Rolle des Bundestrainers eine andere als die eines Vereinstrainers, da weniger Zeit für die tägliche Arbeit mit den Spielern bleibe. Klopp selbst räumte ein, dass die Herausforderung groß sei, zeigte sich aber zuversichtlich: „Ich habe in meiner Karriere schon oft bewiesen, dass ich aus schwierigen Situationen das Beste machen kann. Ich bin bereit für diese Aufgabe.“
Der DFB erhofft sich von der Verpflichtung Klopps nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch eine Stärkung des Images des Verbandes, das in den letzten Jahren durch sportliche Misserfolge und interne Querelen gelitten hatte. Mit Mertesacker als Geschäftsführer und Klopp als Bundestrainer setzt der DFB auf eine Doppelspitze, die für Kontinuität und klare Strukturen stehen soll. Die ersten Länderspiele unter Klopp werden für September 2026 erwartet, wenn die Qualifikation für die Europameisterschaft 2028 beginnt.
Die Pressekonferenz endete mit einer emotionalen Geste: Klopp bedankte sich bei seiner Familie und bei den Fans für die Unterstützung. „Ohne meine Frau und meine Kinder wäre ich nicht hier“, sagte er. „Und ohne die Fans wäre der Fußball nichts. Ich verspreche euch: Wir werden alles geben, um euch stolz zu machen.“ Die deutsche Fußballgemeinschaft blickt nun gespannt auf die kommenden Monate, in denen Klopp seine Arbeit aufnehmen und die Nationalmannschaft auf die nächsten Herausforderungen vorbereiten wird.
