Das US-Außenministerium von Marco Rubio ist bei einer internationalen Konferenz in Brasilien mit einer fehlerhaften Afrika-Karte in Erklärungsnot geraten. Bei der 26. Internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro zeigte die US-Delegation in einer Präsentation eine Abbildung, auf der gleich mehrere afrikanische Länder an den falschen Stellen eingezeichnet waren. Nach Angaben von Beobachtern war keines der sechs markierten Länder korrekt verortet.
Die Panne ereignete sich zu Wochenbeginn bei dem Treffen zum internationalen Kampf gegen HIV und Aids. Ein Foto, das die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte, macht die ungewöhnliche Grafik öffentlich. Auf der Karte liegt Nigeria demnach zu weit nördlich und hat keinen Zugang mehr zum Meer. Mosambik, das in Wirklichkeit am Indischen Ozean liegt, war an der Stelle eingezeichnet, an der sich tatsächlich Äthiopien befindet. Die Verschiebungen betrafen damit sowohl west- als auch ostafrikanische Staaten.
Auch die Elfenbeinküste verlor auf der Abbildung ihren Küstenzugang. Sie war ungefähr dort positioniert, wo in der Realität Tansania, Sambia und Malawi liegen. Ein weiteres markiertes Land wurde entweder gar nicht namentlich gekennzeichnet oder fälschlich als Kamerun ausgewiesen; die Darstellung lässt beide Deutungen zu.
Vorgetragen wurde die Karte von Jeff Graham, dem obersten US-Gesundheitsgesandten. Graham leitet das als PEPFAR bekannte HIV/Aids-Nothilfeprogramm des US-Präsidenten. Über die geografischen Fehler hinaus sorgte die Herkunft der Grafik für Aufsehen: Einer Auswertung von Reuters zufolge enthielt die Karte ein Wasserzeichen, das darauf hindeutet, dass sie mit Werkzeugen des KI-Anbieters OpenAI erstellt worden war. Der Vorfall sorgte auch außerhalb der Konferenz für Kritik.
Der Fund wirft Fragen zur Qualitätskontrolle im US-Außenministerium auf. Besonders heikel war die Panne auch deshalb, weil ausgerechnet bei einem Treffen zur Bekämpfung von HIV und Aids eine Karte mit falschen Länderpositionen gezeigt wurde. Wie eine möglicherweise mit KI-Unterstützung erstellte Karte eine solche Präsentation passieren konnte, blieb zunächst unklar. Das Ministerium verwies lediglich darauf, dass die Folie kurz vor dem Vortrag noch geändert worden sei.
«Wer auch immer diese Folie erstellt und genehmigt hat, wusste nicht, wo die Länder in Afrika liegen, und hat sich nicht die Mühe gemacht, seine Arbeit zu überprüfen», schrieb Matt Petit vom Atlantic Council auf der Plattform LinkedIn. Das US-Außenministerium räumte den Fehler ein und übernahm die «volle Verantwortung». Ein Sprecher von Außenminister Rubio sagte, ein Mitarbeiter des Ministeriums habe die Präsentation noch in letzter Minute geändert; dabei sei der Fehler entstanden.
Trotz der Panne teilte das US-Außenministerium mit, die Konferenz sei «substanziell und konstruktiv» gewesen. Welche Länder auf der Karte ursprünglich hätten dargestellt werden sollen, ließ das Ministerium offen. Ob der Vorfall Konsequenzen für die internen Abläufe haben wird, blieb ebenfalls unklar.
