US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge den Vorschlag des Iran für eine erneute Waffenruhe abgelehnt. Das berichtet das «Wall Street Journal». Der Iran hatte zuvor einen Sieben-Tage-Plan vorgelegt, um die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Nach Angaben aus Teheran könnte die wichtige Wasserstraße innerhalb einer Woche wieder befahrbar sein. Die Entscheidung über eine Waffenruhe liege jedoch bei den USA, erklärte der iranische Außenminister.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Eine Öffnung innerhalb von sieben Tagen wäre ein bedeutender Schritt, um die angespannte Lage in der Region zu entschärfen. Ob die USA auf den Plan eingehen, ist offen. Trump hatte eine Waffenruhe bereits abgelehnt. Der Iran signalisiert damit Gesprächsbereitschaft, während Washington auf seiner ablehnenden Haltung beharrt.
Unterdessen hat der UN-Sicherheitsrat die Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien verurteilt. In der Nacht zum Samstag griffen die Huthi die saudi-arabische Hauptstadt Riad an. Nach Militärangaben fing die Luftabwehr zwei Drohnen ab und zerstörte sie. Zudem wurde eine ballistische Rakete abgefangen, die auf die Stadt Chamis Muschait im Südwesten des Landes zielte. Das teilte Turki al-Maliki mit, der Sprecher des von Saudi-Arabien geführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi kämpft. Angaben zu Schäden oder Verletzten machte er nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Der Angriff auf Riad dürfte auch symbolische Bedeutung haben. Die mit dem Iran verbündete schiitische Miliz signalisiert damit erneut, dass sie das Machtzentrum des sunnitischen Königreichs attackieren kann. Riad liegt Luftlinie rund 850 Kilometer von der Grenze zu den Huthi-Gebieten im westlichen Jemen entfernt. Erst am Donnerstag hatte das Militär nach eigenen Angaben sechs ballistische Raketen der Huthi abgefangen. Vor rund zehn Tagen meldete das saudische Militärbündnis zudem einen Drohnenangriff der Huthi auf die heilige Stadt Mekka. Ein Huthi-Vertreter wies diesen Vorwurf zurück.
Die Miliz beschießt im Zuge der Eskalation des Jemen-Kriegs wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Das sunnitische Königreich ist mit der international anerkannten Regierung im Jemen verbündet und bombardiert immer wieder Ziele der schiitischen Miliz. Zuletzt setzten Huthi-Angriffe auf Ölanlagen und eine wichtige saudische Pipeline die Regierung in Riad zunehmend unter Druck. Zudem wollen die Huthi die Durchfahrt saudischer Öltanker durch die Meerenge Bab al-Mandab verhindern, um dem ölreichen Königreich Exporte nach Asien zu erschweren.
Die Fluggesellschaft Dubai hat unterdessen den Flugverkehr in den Iran eingestellt. Die Maßnahme verschärft die Isolation Teherans weiter. Die Entwicklung zeigt, wie sehr der Konflikt zwischen dem Iran und seinen Gegnern die gesamte Region in Mitleidenschaft zieht. Ob der iranische Sieben-Tage-Plan eine Chance hat, bleibt unklar. Die Ablehnung durch Trump lässt eine schnelle Entspannung nicht erwarten.
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