US-Präsident Donald Trump hat den internationalen Flughafen Washington-Dulles als reines «Chaos» bezeichnet und weitreichende Umbaumaßnahmen angekündigt. Bei der Vorstellung der Pläne im Weißen Haus kritisierte Trump insbesondere die Shuttle-Busse, die Passagiere nach der Ankunft zu den Terminals bringen. Diese seien ineffizient und erinnerten an Fahrzeuge aus einem «Star Wars»-Film, wie Verkehrsminister Sean Duffy ergänzte. Der Minister beschrieb den Flughafen zudem als dunkel, veraltet und «ein bisschen muffig».
Trump will den Flughafen, der etwa 40 Kilometer westlich von Washington, D.C. liegt, grundlegend erneuern lassen. Nach Angaben der Regierung sollen die Bauarbeiten im Frühjahr 2027 beginnen. Die Gesamtkosten werden auf rund 22 Milliarden Dollar (etwa 19 Milliarden Euro) veranschlagt. Eine Finanzierung über Bundesmittel ist nicht vorgesehen. Stattdessen sollen die Kosten von den Fluggesellschaften und den Einnahmen des Flughafens getragen werden. Trump deutete an, dass der Kongress noch ein Mitspracherecht bei dem Projekt habe.
Bereits vor Monaten hatte Trump den Dulles Airport als «schrecklich» verunglimpft und eine Neugestaltung gefordert. Damals sprach er von einem «fantastischen» Plan, ohne jedoch konkrete Details zu nennen. Auch bei der aktuellen Vorstellung blieb unklar, welche konkreten Veränderungen für Reisende geplant sind und welche Auswirkungen die Umbaumaßnahmen auf den Flugbetrieb haben werden. Der Flughafenbetreiber erklärte, dass man die Pläne prüfen werde, machte aber keine weiteren Angaben.
Der Washington Dulles International Airport wurde 1962 eröffnet und ist nach den beiden US-Außenministern John Foster Dulles und Allen Welsh Dulles benannt. Er ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte an der Ostküste der USA und dient als Drehkreuz für zahlreiche internationale und nationale Fluggesellschaften. Besonders bekannt ist der Flughafen für seine mobilen Lounges, die als Shuttle-Busse die Passagiere zwischen den Terminals transportieren. Diese sind seit Jahrzehnten im Einsatz und gelten bei vielen Fluggästen als veraltet. Trump will diese offenbar durch moderne Alternativen ersetzen und den gesamten Flughafen auf den neuesten Stand bringen.
Der Präsident machte deutlich, dass der Dulles Airport nach dem Umbau «vielleicht der beste überhaupt auf der ganzen Welt werden könnte». Kritiker warnen jedoch vor langen Bauzeiten und möglichen Behinderungen für Reisende. Auch die Finanzierung über Fluggesellschaften könnte zu höheren Ticketpreisen führen. Die genauen Pläne sollen in den kommenden Monaten konkretisiert werden. Der Kongress wird voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Genehmigung des Projekts beraten.
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Trump auch außenpolitisch im Fokus steht. So drohte er dem Iran nach einem Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Nahen Osten mit Vergeltung. Der Präsident sagte, die USA würden «hart treffen» und die Angreifer würden «ordentlich Prügel kriegen». Der Vorfall belastet die Beziehungen zwischen Washington und Teheran weiter. Trump hatte dem Iran bereits in der Vergangenheit wiederholt mit schweren Angriffen gedroht, wobei auf seine teils martialischen Worte nicht immer Taten folgten.
Ungeachtet der außenpolitischen Spannungen bleibt die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur ein zentrales Anliegen der Trump-Administration. Der Umbau des Dulles Airport ist eines der prestigeträchtigsten Bauprojekte in der Hauptstadtregion und könnte weit über die Region hinaus als Symbol für die Modernisierung der US-amerikanischen Luftverkehrsinfrastruktur dienen. Ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann und ob die Finanzierung wie geplant gelingt, bleibt abzuwarten.
