US-Präsident Donald Trump hat Norwegen nach der verwehrten Nobelpreis-Ehrung bei einer Wahlkampfveranstaltung in Michigan scharf attackiert. Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo ging er auch in diesem Jahr leer aus, und Trump reagierte mit deutlichen Worten gegen das skandinavische Land.
Nach Berichten von n-tv bezeichnete Trump Norwegen als »shit house country«, also als Drecksloch. Zugleich kündigte er an, norwegische Einwanderer künftig nicht mehr in den USA willkommen zu heißen. Die Äußerung fiel vor Anhängern in Michigan und reiht sich in eine Serie scharfer Angriffe des Präsidenten auf ausländische Staaten und Institutionen ein, wenn ihm Entscheidungen oder Auszeichnungen nicht gefallen.
Der Friedensnobelpreis wird vom norwegischen Nobelkomitee vergeben, dessen Mitglieder das norwegische Parlament wählt. Die Regierung in Oslo hat auf die Entscheidung keinen unmittelbaren Einfluss, worauf in der Debatte über Trumps Reaktion immer wieder hingewiesen wird. Trump hatte die Auszeichnung zuvor öffentlich als persönliches Ziel benannt, bevor sie an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado ging.
Der Vorfall zeigt, wie sehr der Friedensnobelpreis inzwischen auch Teil der innenpolitischen Auseinandersetzung in den USA geworden ist. Trumps Auftritt in Michigan richtete sich an eine Wählerschaft, für die solche Angriffe auf ausländische Regierungen und Eliten zu seinem politischen Stil gehören. Ob die Äußerungen diplomatische Folgen für das Verhältnis zwischen Washington und Oslo haben, ist bislang offen.
Die norwegische Seite hat die Vorwürfe bislang nur allgemein kommentiert und auf die Unabhängigkeit des Nobelkomitees verwiesen. Das Verhältnis beider Länder gilt als eng, vor allem im Rahmen der Nato, in der Norwegen seit der Gründung des Bündnisses Mitglied ist. Gerade deshalb dürften die Worte aus Michigan in Oslo aufmerksam registriert werden.
Die Ankündigung, norwegische Einwanderer nicht mehr willkommen zu heißen, betrifft nach den vorliegenden Berichten eine politische Aussage und keine konkrete Änderung der Einreisebestimmungen. Ob daraus Schritte der US-Regierung folgen, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bekannt.
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