Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Tech-Milliardär Elon Musk öffentlich gelobt. «Elon Musk ist ein Genie, wirklich ein Genie», sagte Putin am Mittwoch bei einem Rundgang durch eine Ausstellung am Rande des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau. Dabei bezog er sich auf die Tausenden Satelliten, die der Chef des Raumfahrtkonzerns SpaceX ins All gebracht hat.
SpaceX betreibt das Satellitennetzwerk Starlink und dominiert den Raumfahrtmarkt mit seinen wiederverwendbaren Raketen. Russland strebt seit langem den Aufbau eines eigenen satellitengestützten Internets für zivile und militärische Zwecke an. «Wie viele Einheiten hat er im All? Mehr als 5000. Und wir machen gerade erst unsere ersten Schritte», sagte Putin. Er fügte hinzu, Moskau stehe in engem Austausch mit seinen amerikanischen Partnern, einschließlich Musk, denn es sei entscheidend, dass man sich im All nicht gegenseitig in die Quere komme.
Die Äußerungen fallen in eine Phase von Unstimmigkeiten zwischen der Ukraine und den USA über den Zugang Kiews zu Starlink und dem dazugehörigen militärischen Kommunikationssystem Starshield. Die Ukraine hatte in diesem Monat eine Drosselung von Starlink und Starshield beklagt. Nach ukrainischen Angaben haben die Ausfälle zu Problemen bei der Logistik an der Front geführt und die Bemühungen Kiews zur Abwehr russischer Drohnen erschwert.
Der Hintergrund ist ein Abkommen zwischen US-Präsident Donald Trump und Moskau über die Lieferung von Diesel-Kraftstoff, mit dem zugleich geplante Sanktionen gegen Russland ausgesetzt wurden. Als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj diesen Deal kritisierte, forderte Trump dessen Ablösung. Sowohl Trump als auch Musk bestritten, für die Ausfälle verantwortlich zu sein. Musk warf der Ukraine später vor, Starlink für militärische Zwecke missbraucht zu haben.
Starlink hat für die Ukraine im Krieg gegen Russland eine besondere Bedeutung. Seit Jahren ermöglicht das System der Ukraine, auch unter schwierigen Bedingungen eine funktionierende Kommunikation aufrechtzuerhalten. Gerade deshalb wiegen die Ausfälle dieses Monats schwer, denn sie treffen eine Infrastruktur, auf die Kiew im Frontalltag angewiesen ist.
Ein Beitrag des Nachrichtenportals n-tv stellt die Frage nach der Absicht hinter Putins Lob. Dass ausgerechnet der Aggressor den Tech-Unternehmer lobt, wird dort als mögliches Kalkül gewertet: Möglicherweise hoffe Moskau, dass die Unterstützung für Kiew nachlässt. Eine solche Absicht ist nicht belegt, Putins Äußerungen lassen diese Deutung jedoch offen. Der Kreml-Chef betonte zugleich die Abstimmung mit den USA im Weltraum und verwies auf die Notwendigkeit, sich dort nicht gegenseitig zu behindern.
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