Trotz eines teuer erkauften Unentschiedens in der Champions League hält Trainer José Barcala an der Stärke seines Teams fest. Nach dem 2:2 gegen Real Madrid betonte der Coach des FC Bayern München: „Wir sind ein Weltklasse-Team.“ Das Ergebnis fiel aus Sicht der Münchnerinnen ärgerlich aus, denn sie hatten zunächst einen frühen Rückstand von 0:2 aufgeholt und danach mehrfach die Chance auf den Siegtreffer verpasst. Die Partie im Sportpark Unterhaching zeigte damit einmal mehr das Spannungsfeld zwischen großem Anspruch und kleinen Fehlern im Angriff.

Barcala begründete seine Einschätzung vor allem mit der Mentalität seiner Mannschaft. „Wir arbeiten daran, bei Themen noch besser zu werden. Aber wir sind ein Weltklasse-Team, weil wir Weltklasse-Spielerinnen haben und weil wir heute eine Sieger-Mentalität gezeigt haben“, sagte er. Viele Teams hätten nach einem solchen Rückstand womöglich aufgegeben oder seien emotional ins Wanken geraten. Seine Mannschaft sei jedoch standhaft geblieben, habe viele gute Momente gezeigt und Chancen herausgespielt. „Darauf müssen wir stolz sein“, so der Trainer. Gerade das Comeback nach dem frühen Rückstand wertete er als Beleg für die Widerstandskraft seines Teams.

Nationalspielerin Klara Bühl sieht die Entwicklung des Teams nüchterner. Wenige Minuten vor Barcalas Äußerungen hatte sie über den Weg „von sehr, sehr guter Mannschaft zu Weltklasse-Mannschaft“ gesprochen und vorsichtig formuliert: „Da müssen wir als Team den Schritt gehen, aber auch jede Spielerin einzeln. Und das ist etwas, wo wir tagtäglich dran arbeiten.“ Bühl selbst war wie so oft eine der auffälligsten Akteurinnen auf dem Rasen und bereitete den Treffer zum 1:2 vor. Ihre Äußerungen zeigen, dass im Verein der Anspruch zwar klar formuliert wird, der Weg dorthin aber als Daueraufgabe verstanden wird.

Sportlich bleibt die Lage für den deutschen Meister angespannt. Nach drei Partien steht die Mannschaft mit jeweils einem 2:2 gegen Manchester City und nun gegen Real Madrid sowie einem 3:0 bei Benfica Lissabon bei fünf Punkten und damit außerhalb der Top vier. Nur die vier besten Teams der Gruppenphase ziehen direkt ins Viertelfinale ein, die Ränge fünf bis zwölf müssen in die Playoffs. Der Abstand nach oben ist damit noch überschaubar, doch jeder verlorene Punkt wiegt schwer. Noch stehen Auswärtsspiele bei Paris Saint-Germain und Austria Wien an, dazu ein Heimspiel gegen den Favoriten FC Barcelona.

Bühl machte deutlich, welche Ziele der Verein verfolgt. „Wir haben große Ambitionen und man hat heute auch gesehen, dass wir in der Lage dazu sind, in der Champions League mitzuspielen“, sagte sie. Deshalb sei ein 2:2 „schon so ein kleiner Bremser“. Die Partie gegen Real hat gezeigt, dass das Team die Qualität besitzt, im Wettbewerb mitzuhalten, zugleich aber in den entscheidenden Momenten konsequenter werden muss, um die Chance auf einen Platz unter den besten vier Teams zu wahren. Ob das gelingt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn Paris, Wien und Barcelona auf dem Programm stehen.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.