Am 3. November 2026 finden in den USA die Zwischenwahlen statt, die sogenannten Midterms. Diese Wahl entscheidet darüber, welche Partei künftig die Mehrheit im Kongress hat. Beobachter erwarten, dass die diesjährigen Midterms zu den bedeutendsten in der jüngeren Geschichte dieses Ereignisses werden könnten. Besonders für Präsident Donald Trump steht viel auf dem Spiel: Ein möglicher Wechsel der Mehrheitsverhältnisse könnte seine geplanten politischen Vorhaben und Gesetzesinitiativen erheblich erschweren.
Die Midterms finden immer zur Halbzeit einer Präsidentschaft statt und gelten als wichtiger Stimmungstest für die Politik des amtierenden Präsidenten. Die Wahlen geben ein relativ genaues Bild über die aktuelle politische Stimmungslage in den Vereinigten Staaten ab. Die Ergebnisse zeigen, wie zufrieden die Wähler mit ihren Abgeordneten im Repräsentantenhaus, den Senatsmitgliedern und den Gouverneuren sind – aber auch mit dem Präsidenten selbst.
Bei den Zwischenwahlen wählen die wahlberechtigten Bürger das gesamte Repräsentantenhaus mit seinen 435 Abgeordneten neu. Hinzu kommt, dass etwa ein Drittel der 100 Sitze im Senat neu besetzt wird. Während der Senat und das Repräsentantenhaus den gesetzgebenden Kongress bilden, finden bei den Midterms auch Wahlen auf Ebene der Bundesstaaten statt. Unter anderem werden zahlreiche Gouverneure, Bürgermeister sowie Parlamente in den Bundesstaaten neu gewählt.
Der Termin der Midterms fällt in diesem Jahr auf den 3. November 2026. Neben den 435 Sitzen im Repräsentantenhaus stehen im Senat 35 Sitze zur Wahl. Aktuell halten die Republikaner 22 dieser Sitze, die Demokraten 13. Laut Umfragen ist es möglich, dass einige dieser Sitze von der jeweils anderen Partei erobert werden können. In Texas etwa werden dem Demokraten James Talarico Chancen eingeräumt, die Wahl gegen den Republikaner und Trump-Loyalisten Ken Paxton zu gewinnen.
Zeitgleich kommt es zu 36 Gouverneurswahlen. Hier stehen vor allem drei Bundesstaaten im Fokus: Kalifornien, Michigan und Minnesota. Dort treten die bekannten Demokraten Gavin Newsom, Gretchen Whitmer und Tim Walz nicht mehr an. Die Republikaner rechnen sich in diesen Bundesstaaten Chancen auf einen Wahlsieg aus. Nachdem Zohran Mamdani bereits im November 2025 die Bürgermeisterwahl in New York für sich entscheiden konnte, liegt das größte Interesse bei den Bürgermeisterwahlen im Zuge der Midterms wohl auf dem Rennen in Los Angeles. Dort wird sich die Wahl zwischen den beiden Demokraten Karen Bass und Nithya Raman entscheiden, da der Republikaner und ehemalige Reality-Star Spencer Pratt in der Vorwahl gescheitert ist.
Trumps Republikaner stehen vor den Zwischenwahlen unter Druck. Diverse Umfragen, Prognosen und Experten gehen davon aus, dass die Demokraten nach den Midterms das Repräsentantenhaus mit einer deutlichen Mehrheit zurückerobern dürften. Nach der aktuellen Sitzverteilung im Repräsentantenhaus haben die Republikaner 217 Sitze inne, die Demokraten kommen auf 212 Sitze, und ein unabhängiges Mitglied beansprucht einen Sitz für sich. Hinzu kommen noch fünf Sitze, die derzeit vakant sind.
Auch im Senat könnte es zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse kommen. Die aktuellen Umfragen für die Zwischenwahlen in den einzelnen Bundesstaaten zeigen allerdings, dass es für aussagekräftige Prognosen noch zu früh ist. Die entscheidende Phase im Wahlkampf hat erst begonnen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass sich auch im Senat die Kräfteverhältnisse nach den Zwischenwahlen ändern könnten. Nach der aktuellen Sitzverteilung im Senat kommen die Republikaner auf eine Mehrheit von 53 Sitzen, während die Demokraten 45 Sitze innehaben. Zudem beanspruchen noch zwei Unabhängige jeweils einen Sitz. Senator Angus King aus Maine und der bekannte Senator Bernie Sanders stimmen jedoch in der Regel mit den Demokraten ab. Insgesamt besitzen Trumps Republikaner einen Vorsprung von sechs Sitzen. Es reichen demnach nur wenige Siege der Demokraten aus, um das Kräfteverhältnis im Senat zu drehen.
Die Midterms sind in vielerlei Hinsicht ein Zeugnis für die Arbeit des amtierenden Präsidenten im Weißen Haus. Die schlechten Umfragewerte von Donald Trump könnten somit die Ergebnisse der Zwischenwahlen 2026 stark beeinflussen. Besonders der Iran-Krieg, die Inflation sowie die dadurch gestiegenen Lebensmittel- und Benzinpreise stehen bei den US-Bürgern weiter ganz oben auf der Liste der wichtigsten Sorgen. Gleichzeitig stürzen die Zustimmungswerte des Präsidenten ab, was die Republikaner zusätzlich unter Druck setzt.
