Die Entwicklung an den Aktienmärkten hängt nach Einschätzung des Volkswirts Jörg Krämer weniger vom Ausgang der US-Zwischenwahlen ab als davon, wie sich der Iran-Krieg weiterentwickelt. Am Dienstag stimmen die Wählerinnen und Wähler in den Vereinigten Staaten ab. Krämer äußerte sich im Gespräch mit Dietmar Deffner.

Nach Krämers Darstellung wird das Geschehen an den Märkten derzeit stärker von der geopolitischen Lage im Nahen Osten bestimmt. Die Midterms, also die Kongresswahlen zur Halbzeit der Präsidentschaft, gelten zwar als wichtiger Stimmungstest für die Politik von Präsident Donald Trump. Für die kurzfristige Kursentwicklung scheinen sie nach dieser Einschätzung aber weniger zu zählen.

Mit Blick auf die Handelspolitik zeigte sich Krämer vorsichtig. Es sei gut möglich, dass Trump erneut Handelskriege vom Zaun breche. Solche Auseinandersetzungen könnten Unsicherheiten an den Märkten verstärken, die Unternehmen und Anleger gleichermaßen betreffen.

Die Zwischenwahlen finden alle zwei Jahre statt und fallen in diesem Jahr auf den 3. November 2026. Gewählt wird das gesamte Repräsentantenhaus mit seinen 435 Abgeordneten, außerdem etwa ein Drittel der 100 Sitze im Senat. Entscheidend ist, welche Partei danach die Mehrheit im Kongress stellt. Aktuell halten die Republikaner im Repräsentantenhaus 219 Sitze, die Demokraten 214, zwei Sitze sind nach Rücktritten nicht besetzt. Im Senat verfügen die Republikaner über eine Mehrheit von 53 zu 47.

Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten Mehrheiten im Kongress erobern könnten. Dies würde Trumps politische Vorhaben deutlich schwieriger umsetzbar machen. Im Senat stehen zudem Sitze in traditionellen Hochburgen der Republikaner zur Debatte, darunter Alaska, Iowa, Kansas, Maine, Michigan, Nebraska, New Hampshire, North Carolina und Ohio. In Texas werden dem Demokraten James Talarico Chancen gegen den Republikaner und Trump-Loyalisten Ken Paxton eingeräumt.

Parallel finden 36 Gouverneurswahlen statt. Besonders im Blick stehen Kalifornien, Michigan, Minnesota und Florida, wo Amtsinhaber nicht erneut antreten, darunter Gavin Newsom, Gretchen Whitmer und Tim Walz auf demokratischer sowie Ron DeSantis auf republikanischer Seite. Auf Ebene der Bundesstaaten werden zudem Bürgermeister und Landesparlamente gewählt.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.