Deutschland geht mit dem Film „Everytime“ von Sandra Wollner ins Rennen um den Oscar als „Bester internationaler Film“. Das gab die Auslandsvertretung des deutschen Films, German Films, in München bekannt. Die österreichische Regisseurin hatte für ihren Film bereits in Cannes Erfolg gefeiert. „Everytime“ erzählt von Trauer und Weiterleben nach einem schweren Verlust – konkret vom Verlust eines Kindes.
Mit der offiziellen Einreichung hofft Deutschland auf den fünften Oscar-Erfolg in dieser Kategorie. Bislang konnten deutsche Produktionen den Preis viermal gewinnen. Die Entscheidung für „Everytime“ fiel nach einem Auswahlverfahren, an dem mehrere Filme beteiligt waren. German Films, die für die internationale Vermarktung deutscher Kinoproduktionen zuständige Organisation, bestätigte die Nominierung als deutschen Kandidaten.
In diesem Jahr ist erstmals möglich, dass drei deutsche Filme ins Rennen um den Oscar als „Bester internationaler Film“ gehen. Eine Regeländerung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences erlaubt es, dass mehrere Filme aus einem Land eingereicht werden können, sofern sie unterschiedliche Kriterien erfüllen. Diese Neuerung könnte zusätzliche Chancen für deutsche Produktionen eröffnen. Ob tatsächlich weitere deutsche Filme nominiert werden, hängt von den endgültigen Entscheidungen der Academy ab.
Sandra Wollner, geboren in Österreich, hat sich mit „Everytime“ bereits international einen Namen gemacht. Ihr Film wurde in Cannes ausgezeichnet und stieß auf positive Kritiken. Die Geschichte handelt von einem Paar, das den Verlust seines Kindes verarbeitet – ein Thema, das laut Kritikern einfühlsam und ohne Pathos umgesetzt wird. Die Regisseurin selbst bezeichnete den Film als Versuch, Trauer als etwas Prozesshaftes darzustellen.
Die Oscar-Verleihung für den „Besten internationalen Film“ findet im Rahmen der regulären Oscar-Zeremonie statt. Die endgültige Liste der Nominierten wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Bis dahin müssen sich alle eingereichten Filme einer Vorauswahl stellen, aus der die Academy die fünf Nominierten bestimmt. Für „Everytime“ beginnt damit eine Phase der internationalen Aufmerksamkeit, die dem Film auch in Deutschland neue Zuschauer bescheren könnte.
Die Entscheidung für „Everytime“ zeigt, dass die deutsche Filmförderung zunehmend auf künstlerisch ambitionierte Produktionen setzt. Der Film wurde unter anderem von deutschen und österreichischen Förderern unterstützt. Sollte „Everytime“ die Nominierung erreichen, wäre es die erste Oscar-Nominierung für Sandra Wollner. Die Regisseurin gilt als eine der vielversprechendsten Stimmen des deutschsprachigen Kinos.

