Frisch gewaschene Sportkleidung riecht oft immer noch unangenehm nach Schweiß – ein Problem, das viele Sportler kennen. Der Grund liegt in den synthetischen Fasern wie Polyester, Elasthan oder Lycra, aus denen die meisten Funktionskleidungsstücke bestehen. Diese Materialien sind zwar atmungsaktiv und schnelltrocknend, bieten aber Bakterien einen idealen Lebensraum, der sich nur schwer wieder reinigen lässt.

Schweiß selbst ist zunächst geruchlos, da er hauptsächlich aus Wasser besteht. Erst wenn Hautbakterien den Schweiß zersetzen, entstehen Abbauprodukte wie Ameisensäure und Buttersäure, die den typischen säuerlich-ranzigen Geruch verursachen. Synthetikfasern nehmen den Schweiß nicht auf, sondern leiten ihn nach außen, wo er verdunstet. Doch genau diese wasserabweisende Eigenschaft macht es Bakterien leicht, sich in den Fasern festzusetzen und dort zu vermehren. Im Gegensatz zu Naturfasern wie Baumwolle, die Feuchtigkeit aufsaugen und Bakterien weniger Halt bieten, konservieren Kunstfasern den Geruch besonders hartnäckig.

Um den Mief loszuwerden, empfehlen Experten, die verschwitzte Kleidung möglichst direkt nach dem Sport zu waschen. Je länger die feuchten Sachen in der Sporttasche oder im Wäschekorb liegen, desto mehr Zeit haben die Bakterien, sich in den Fasern einzunisten. Wer nicht sofort waschen kann, sollte die Kleidung zum Trocknen aufhängen, da Bakterien vor allem in feuchter Umgebung gedeihen. Ein weiterer Tipp: Die Kleidung vor dem Waschen einweichen – etwa mit einer Wasser-Essig-Lösung im Verhältnis 4:1. Auch Natron wirkt bakterienhemmend: Eine Paste aus Natron und Wasser auf die betroffenen Stellen reiben, trocknen lassen und dann in der Maschine waschen. Kernseife kann ebenfalls helfen.

Beim Waschen selbst ist Vorsicht geboten: Synthetikfasern sind empfindlich und sollten nicht über 30 Grad gewaschen werden, da sie sonst beschädigt werden können. Allerdings reichen diese Temperaturen oft nicht aus, um Bakterien abzutöten. Einige Waschmaschinen bieten ein spezielles Sportprogramm, das die Funktionswäsche schonend reinigt. Wichtig ist auch, nicht zu viel Waschmittel zu verwenden, da dies die Fasern verkleben und ihre Funktionalität beeinträchtigen kann. Weichspüler sollte grundsätzlich vermieden werden, da er sich um die Fasern legt, die Atmungsaktivität reduziert und Gerüche noch besser festsetzt.

Von speziellen Sport- oder Hygienewaschmitteln wird eher abgeraten. Diese Produkte enthalten oft biozide Wirkstoffe, die Hautreizungen oder Allergien auslösen können. Zudem besteht die Gefahr, dass Mikroorganismen resistent werden und die Inhaltsstoffe die Umwelt belasten, da sie nicht vollständig aus dem Abwasser gefiltert werden können. Auch der Versuch, die Kleidung ins Gefrierfach zu legen, nützt nichts, da die meisten Bakterien Frost überleben.

Nicht nur die Kleidung selbst, sondern auch Sporttaschen und Sportschuhe können den Gestank verteilen. Sie sollten daher regelmäßig gereinigt werden, um eine erneute Geruchsbelastung zu vermeiden. Mit diesen Maßnahmen lässt sich der hartnäckige Schweißgeruch aus Sportkleidung deutlich reduzieren – und die nächste Trainingseinheit wird wieder angenehmer.

Autor

Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.