Spanien hat als erste Mannschaft das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Der Europameister setzte sich im Halbfinale gegen Frankreich mit einem knappen Sieg durch und zog damit zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder in ein WM-Endspiel ein. Entscheidend war einmal mehr die herausragende Defensive der Spanier, die den französischen Angriff weitgehend zur Ideenlosigkeit verdammte.

Die Partie fand im Dallas Stadium in Arlington im US-Bundesstaat Texas statt. Vor rund 80.000 Zuschauern benötigte Spanien lediglich zwei Schüsse auf das gegnerische Tor, um den Sieg zu sichern. Frankreich hingegen blieb trotz großer Ballbesitzanteile und mehrerer Angriffsversuche der entscheidende Durchbruch verwehrt. Die französische Mannschaft, die im Turnierverlauf zuvor durch ihre furiose Offensivstärke aufgefallen war, fand gegen die spanische Abwehr kein Mittel.

Bereits vor dem Spiel hatte Frankreichs Trainer Didier Deschamps die Favoritenrolle an Spanien abgegeben. Diese Einschätzung bestätigte sich auf dem Platz. Die Spanier agierten taktisch diszipliniert und ließen den Franzosen kaum Raum für gefährliche Aktionen. Frankreichs Angreifer fanden immer wieder ihren Meister in der spanischen Defensive, die als einer der Schlüssel zum Erfolg gilt.

Das Halbfinale lockte zahlreiche prominente Gäste ins Stadion. David und Victoria Beckham verfolgten die Partie von der Tribüne aus. Der frühere Kapitän der englischen Nationalmannschaft war bereits zuvor bei mehreren Spielen dieser WM zu Gast gewesen, unter anderem beim englischen Viertelfinalsieg gegen Norwegen in Miami. Vor dem Anpfiff gönnte sich Beckham mit seinem Sohn Cruz ein Barbecue in einem bekannten Restaurant in Dallas, wo er sich für Aufnahmen einen Cowboyhut aufsetzte.

Auch andere bekannte Gesichter waren im Stadion zu sehen. Der spanische Oscarpreisträger Javier Bardem fieberte im Trikot der spanischen Auswahl mit. Er hatte bereits das Viertelfinale gegen Belgien in Los Angeles besucht, damals an der Seite seiner Ehefrau Penélope Cruz. Die Sprintstars und Olympiasieger Noah Lyles und Usain Bolt verfolgten das Spiel ebenfalls von der Tribüne aus. Für Stimmung vor dem Anpfiff sorgte Star-DJ Steve Aoki, der auf dem Rasen auflegte und die Fans in Feierlaune versetzte.

Das spanische Königshaus blieb dem Halbfinale fern. König Felipe VI., Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor und Infantin Sofía hielten sich am Dienstag in Barcelona auf, wo sie an der Verleihung der Prinzessin-von-Girona-Preise im Gran Teatre del Liceu teilnahmen. König Felipe hatte jedoch Ende Juni bereits das Gruppenspiel der Spanier gegen Uruguay in Guadalajara besucht und damit seine Unterstützung gezeigt.

Mit dem Sieg gegen Frankreich hat Spanien nicht nur das Finale erreicht, sondern auch eine beeindruckende Serie fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente zeigte sich erneut extrem effizient: Wenige Torchancen genügten, um das Spiel zu entscheiden. Die Defensive stand sicher, und die Offensive nutzte die sich bietenden Gelegenheiten eiskalt aus. Frankreich hingegen muss sich mit dem Halbfinal-Aus begnügen und die Heimreise antreten.

Für Spanien geht es nun um den ersten WM-Titel seit 2010, als die Mannschaft in Südafrika triumphierte. Der Gegner im Finale wird im zweiten Halbfinale zwischen den verbleibenden Teams ermittelt. Die Spanier können sich in den kommenden Tagen auf das Endspiel vorbereiten, das in wenigen Tagen stattfinden wird. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch ohne dominante Ballbesitzphasen Spiele gewinnen kann – eine Eigenschaft, die in K.o.-Runden oft den Unterschied ausmacht.