Der SC Freiburg hat am Montag mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Bei hochsommerlichen Temperaturen versammelten sich die Spieler im Europa-Park-Stadion, um unter der Leitung von Trainer Julian Schuster die erste leichte Trainingseinheit zu absolvieren. Rund 3.000 Fans verfolgten den Auftakt und schützten sich mit Regenschirmen, Fächern und Wasser vor der Sonne. Die Vereinsverantwortlichen verteilten sogar Sonnencreme an die Zuschauer auf der Haupttribüne.

Zu den auffälligsten Gesichtern gehörten die Neuzugänge Mio Backhaus und Rihito Yamamoto. Backhaus, ein U21-Nationaltorwart, wechselte von Werder Bremen nach Freiburg und soll die Nachfolge von Noah Atubolu antreten, der den Verein verlassen möchte. Yamamoto, ein japanischer Mittelfeldspieler, kam vom belgischen Klub St. Truiden. Beide posierten gemeinsam mit Leihrückkehrer Berkay Yilmaz (1. FC Nürnberg) sowie den aus der U23 aufgerückten Talenten Karl Steinmann und Rouven Tarnutzer für das obligatorische Mannschaftsfoto.

Torhüter Noah Atubolu, der in der vergangenen Saison die Nummer eins war, fehlte bei der öffentlichen Einheit. Er trainiert individuell, da er den Verein wechseln möchte. Bislang hat er jedoch noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden. Sportvorstand Jochen Saier zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich dies bald ändern werde. «Er ist in Gesprächen mit Vereinen, und ich bin überzeugt, dass er für sich einen sehr guten Schritt gehen wird, und wir gut auseinandergehen», sagte Saier. Als Ersatz für Atubolu hatten die Freiburger bereits vor Wochen Backhaus verpflichtet. Saier betonte: «Er war unser Wunschtransfer auf dieser Position.» Gegenüber den Ersatzkeepern Florian Müller und Jannik Huth habe Backhaus «die Nase vorn, aber er muss es bestätigen und Leistung bringen.»

Neben seinen sportlichen Aufgaben wartet auf Backhaus auch ein kleiner Zusatzjob: Er wird als Übersetzer für die japanischen Neuzugänge fungieren. Der SC Freiburg hat in diesem Sommer neben Yamamoto auch Keisuke Goto und Yuito Suzuki verpflichtet, die zuletzt an St. Truiden ausgeliehen waren. Trainer Julian Schuster zeigte sich erfreut über die Verstärkung aus Japan: «Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit Ritsu Doan und Yuito gemacht. Die landestypischen Charakterzüge passen sehr gut zu uns: Sie haben eine hohe Disziplin und sind sehr höfliche Menschen – das sind Werte, die wir für sehr wichtig halten.» Yamamoto war beim ersten Training dabei, während die WM-Teilnehmer Goto und Suzuki erst am 20. Juli einsteigen werden.

Ein weiteres Thema ist die Zukunft von Johan Manzambi. Der Schweizer Nationalspieler, der mit seiner Mannschaft bei der WM ausgeschieden ist, könnte den Verein verlassen. Laut Saier gibt es aus England Angebote, die bei rund 60 Millionen Euro Ablöse liegen. «Er hat für uns eine besondere Saison gespielt, nicht selten den Unterschied ausgemacht, und bei der WM der Schweiz geholfen, einen guten Weg zu nehmen», betonte Saier. Er geht davon aus, dass schon «in den nächsten Tagen» etwas passieren wird.

Trainer Julian Schuster kündigte an, dass die Trainingseinheiten aufgrund der anhaltenden Hitze künftig früher beginnen werden. «Wegen der weiterhin hohen Temperaturen ist früheres Aufstehen gefragt, um lang genug trainieren zu können», sagte er. Nach der erfolgreichen Vorsaison, die der SC Freiburg mit dem Europa-League-Finale gegen Aston Villa in Istanbul, dem Halbfinale im DFB-Pokal und der Qualifikation für die Conference-League-Playoffs abschloss, will Schuster die Euphorie mitnehmen. «Wir müssen uns dennoch wieder bewusst sein, was die Basis für unser Spiel ist, und daran werden wir arbeiten», erklärte der Coach.

Die Vorbereitung wird die Mannschaft auch ins Trainingslager nach Schruns in Österreich führen, wo ab dem 25. Juli auch die nachverpflichteten Spieler wie Igor Matanovic und Philipp Lienhart erwartet werden. Der SC Freiburg steht vor einer Saison mit vielen Herausforderungen, aber die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft scheinen gestellt.