Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wirft ihre Schatten voraus – und mit ihr die Frage, wie Fans in Deutschland die Spiele verfolgen können, wenn die Anstoßzeiten aufgrund der Zeitverschiebung oft in die späten Abend- oder Nachtstunden fallen. Viele Partien werden erst ab 22 Uhr deutscher Zeit angepfiffen, was für Public-Viewing-Veranstaltungen unter freiem Himmel besondere Herausforderungen mit sich bringt. Die Bundesregierung und der Bundesrat haben jedoch eine Lockerung der Lärmschutzregelungen ermöglicht, sodass Städte und Gemeinden Public Viewing auch in der Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr erlauben können. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte: „Unser Ziel ist ein fairer Ausgleich zwischen Fußballfest und Lärmschutz.“

Die konkreten Regelungen unterscheiden sich jedoch von Ort zu Ort erheblich. In Berlin dürfen beispielsweise alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie das Finale im Freien zu jeder Zeit gezeigt werden. Für andere Partien gelten je nach Wochentag, Anstoßzeit und Bedeutung des Spiels unterschiedliche Bestimmungen. In Köln ist die Lage strenger: Dort sind nur Spiele erlaubt, die zwischen 6 und 22 Uhr angepfiffen werden – viele K.-o.-Runden-Spiele fallen damit aus. München wiederum erlaubt Public Viewing im Außenbereich von Gaststätten bis 1 Uhr und ab 6 Uhr. Fans sollten sich daher vorab auf den Internetseiten ihrer Städte oder Gemeinden informieren, welche Regelungen vor Ort gelten. Auch Kneipen, Biergärten und Restaurants geben in der Regel Auskunft, ob und welche Spiele sie in ihren Außenbereichen oder Innenräumen zeigen.

Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Gruppe E auf Curaçao (14. Juni, 19 Uhr), die Elfenbeinküste (20. Juni, 22 Uhr) und Ecuador (25. Juni, 22 Uhr). Während das Auftaktspiel gegen den WM-Neuling Curaçao zu einer für Public Viewing günstigen Zeit stattfindet, fallen die beiden weiteren Vorrundenspiele in die späten Abendstunden. Sollte das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann Gruppensieger werden, würde die erste K.-o.-Runde am 29. Juni um 22.30 Uhr angepfiffen, ein mögliches Achtelfinale am 4. Juli um 23 Uhr. Diese Zeiten bedeuten, dass viele Partien nur in Innenräumen oder unter bestimmten Auflagen im Freien gezeigt werden dürfen.

Einige Großstädte verzichten 2026 ganz auf große offizielle Fanfeste. In Berlin wird es auf der Straße des 17. Juni keine Fanmeile geben, da nach Angaben der Senatsverwaltung kein privater Betreiber einen Antrag gestellt hat. Auch das beliebte Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg fällt aus – aus Kostengründen. In München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt sind keine offiziellen Fanfeste geplant. Eine Ausnahme bildet die Arena auf Ewald in Herten (Nordrhein-Westfalen), wo bis zu 10.000 Fans unter anderem alle deutschen Vorrundenspiele verfolgen können. Der Deutsche Hotel- und Gastronomieverband weist zudem auf die zusätzlichen Kosten für Gastronomen hin, etwa für Übertragungstechnik, Personal und Lizenzierungen. Ob sich ein Fußball-Angebot im Freien lohne, hänge stark von den Anstoßzeiten und vom Wetter ab, erklärte Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke.

Für private Feiern auf dem Balkon oder im Garten gelten die Ausnahmen vom Lärmschutz nicht. Wer in einer lauen Nacht den Fernseher nach draußen stellen möchte, sollte seine Nachbarn vorwarnen und auf die Lautstärke achten. Vuvuzelas, Trommeln, Tröten und Pfeifen sind in den Außenbereichen vielerorts verboten. Nach dem Abpfiff der späten Spiele müssen die Veranstalter das Public Viewing zudem schnell beenden. Fans sollten sich daher rechtzeitig über die lokalen Bestimmungen informieren, um Enttäuschungen zu vermeiden.