Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet an diesem Samstag, mit welcher Stadt oder Region Deutschland sich um die Austragung der Olympischen Sommerspiele bewerben will. Zur Wahl stehen München und die Region Köln/Rhein-Ruhr. Berlin ist aus dem Rennen, wie der DOSB mitteilte. Die Entscheidung fällt in einem knappen Rennen zwischen den beiden verbliebenen Bewerbern.
Die Abstimmung im DOSB ist der vorläufige Höhepunkt eines mehrstufigen Auswahlverfahrens. Zunächst hatten sich mehrere deutsche Städte und Regionen für eine Bewerbung interessiert. Nach einer ersten Prüfung durch den Dachverband blieben München und Köln/Rhein-Ruhr übrig. Berlin, das lange als aussichtsreicher Kandidat gehandelt wurde, schied aus. Der DOSB will mit der Entscheidung ein klares Signal für die deutsche Olympia-Bewerbung setzen und den internationalen Bewerbungsprozess vorbereiten.
München kann auf Erfahrung mit großen Sportveranstaltungen verweisen. Die Stadt war bereits Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1972 und verfügt über zahlreiche Wettkampfstätten, die damals errichtet wurden. Der Olympiapark mit dem Olympiastadion ist bis heute ein zentraler Bestandteil der Münchner Sportinfrastruktur. Befürworter argumentieren, dass die vorhandenen Anlagen genutzt und modernisiert werden könnten. Zudem genießt München international einen Ruf als sportfreundliche und organisatorisch erfahrene Stadt.
Köln/Rhein-Ruhr setzt dagegen auf eine dezentrale Bewerbung. Die Region im Westen Deutschlands umfasst mehrere Großstädte, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen. Die Infrastruktur ist dicht, die Verkehrsanbindung gut. Allerdings müssten viele Wettkampfstätten neu gebaut oder aufwendig umgerüstet werden. Die Bewerbung könnte von der wirtschaftlichen Stärke des Rheinlands und der Ruhrgebietsmetropolen profitieren. Kritiker verweisen auf die Kosten und die Frage, ob die Spiele in einer so großen Region logistisch zu stemmen sind.
Der DOSB hatte das Verfahren bewusst offen gestaltet, um die Öffentlichkeit einzubeziehen. In beiden Bewerberregionen gab es Informationsveranstaltungen und Gespräche mit Kommunalpolitikern, Sportverbänden und Bürgern. Die endgültige Entscheidung über die deutsche Bewerbung liegt beim DOSB-Präsidium. Es wird erwartet, dass der Verband nach der Abstimmung die nächsten Schritte einleitet, darunter Gespräche mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC).
Die Olympischen Sommerspiele 2036 wären nach 1972 in München und 1936 in Berlin die dritten Sommerspiele in Deutschland. Eine offizielle Bewerbung muss beim IOC eingereicht werden. Der DOSB will mit der heutigen Entscheidung die Weichen stellen und den Bewerbungsprozess beschleunigen. Welcher Kandidat letztlich zum Zug kommt, hängt auch von den internationalen Konkurrenten ab. Mehrere Länder haben bereits Interesse an den Spielen 2036 angemeldet.
Für die Region Südbaden und Waldshut hat die Entscheidung vor allem sportpolitische Bedeutung. Eine deutsche Olympia-Bewerbung könnte langfristig Investitionen in Sportstätten und Infrastruktur nach sich ziehen. Ob und in welchem Umfang davon auch der Südwesten profitiert, ist offen. Der DOSB will zunächst den Bewerber festlegen und danach über die Ausgestaltung der Spiele entscheiden.
Die Abstimmung am Samstag wird mit Spannung erwartet. Beide Bewerber haben in den vergangenen Wochen intensiv für sich geworben. München gilt als Favorit, doch Köln/Rhein-Ruhr hat zuletzt aufgeholt. Die Entscheidung des DOSB dürfte auch ein Signal für die künftige Ausrichtung des deutschen Sports senden. Klarheit soll noch am selben Tag herrschen.
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