Im Streit um die Renovierung des Reflecting Pool am Lincoln Memorial in Washington hat US-Präsident Donald Trump die zuständige Staatsanwältin Jeanine Pirro öffentlich attackiert. Die langjährige Vertraute des Präsidenten hatte das Verfahren gegen den früheren Olympioniken David Hearn eingestellt, dem vorgeworfen worden war, das Reflexionsbecken beschädigt zu haben. Nach neuen Erkenntnissen der Justiz ist das Becken offenbar nicht mutwillig beschädigt worden.

Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, er stimme Pirro «zu 100 Prozent nicht zu». Er verstehe nicht, was sie sich dabei gedacht habe. Der Republikaner beharrte darauf, dass es bei seinem «Herzensprojekt», der Renovierung des Reflecting Pool, sehr wohl zu Vandalismus gekommen sei.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Gerichtsantrag, aus dem hervorgeht, dass das US-Justizministerium Fehler bei der Renovierung eingeräumt hat. Die von Trump veranlasste 14-Millionen-Dollar-Renovierung sei mangelhaft gewesen, hieß es darin. Erst nach der Anklageerhebung gegen Hearn habe das Innenministerium der Staatsanwaltschaft zusätzliche Unterlagen vorgelegt. Demnach seien die Schäden im Juni 2026 auf eine mangelhafte Installation durch den Auftragnehmer Atlantic Industrial Coatings zurückzuführen.

Die Dokumente zeigten außerdem, dass das Projekt offenbar überstürzt fertiggestellt werden musste, um rechtzeitig zu den «America 250»-Feierlichkeiten rund um den Unabhängigkeitstag 2026 abgeschlossen zu sein. Das Strafverfahren gegen David Hearn wurde daraufhin eingestellt. Trump hatte zuvor wiederholt Vandalen für Schäden nach der Renovierung verantwortlich gemacht.

Unterdessen hat das US-Justizministerium in einem weiteren Fall Unterlagen eines freien Journalisten der New York Times angefordert. Es geht um die Quellen für einen Artikel aus dem Jahr 2025 über eine misslungene US-Militäroperation in Nordkorea. Der Journalist Matthew Cole wurde im Februar von der Staatsanwaltschaft in Virginia vorgeladen; die Behörden verlangen seine Notizen aus mehr als zwei Jahren sowie seine Zeugenaussage.

In dem Artikel war unter Berufung auf 24 anonyme Quellen beschrieben worden, wie Soldaten der Spezialeinheit Navy SEALs Anfang 2019 bei einem Einsatz mehrere unbewaffnete Nordkoreaner getötet haben sollen. Die Ermittlungen beziehen sich auf die Quellen für diese Darstellung.

Außerdem äußerte sich Trump zurückhaltend zur möglichen Vergabe von Lizenzen an die Ukraine zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen. «Wir haben dem nicht zugestimmt. Wir sprechen darüber», sagte der Präsident in einer Kabinettssitzung. Man müsse besonnen und vorsichtig vorgehen, eine solche Technologie aus der Hand zu geben. Anfang Juli hatte Trump der Ukraine am Rande eines Nato-Gipfels eine Lizenz in Aussicht gestellt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach einem weiteren Gespräch mit Trump im Weißen Haus gesagt: «Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen.» Selenskyj äußerte sich in einem Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity. Die ukrainischen Streitkräfte beklagen, dass ihnen Flugabwehrraketen fehlen, um russische Raketen abzuwehren; moderne Patriot-Systeme gelten als eines der wirksamsten Mittel gegen russische ballistische Raketen.

Darüber hinaus gehen US-Geheimdienste nach Medienberichten davon aus, dass iranische Hacker hinter einem Cyberangriff auf Dutzende Wasserversorgungssysteme im Bundesstaat Minnesota stecken. Die Washington Post und die New York Times berichteten unter Berufung auf US-Beamte, dass die Befunde noch nicht endgültig seien. Mindestens ein System sei kurzzeitig offline gewesen. Eine Aufforderung an die Einwohner, ihren Trinkwasserverbrauch anzupassen, habe es nicht gegeben.

Trump zeigte sich jedoch skeptisch. Er glaube nicht, dass der Iran dahinterstecke, sagte er bei einer Kabinettssitzung auf dem Landsitz Camp David. Er machte stattdessen den Bundesstaat und dessen demokratischen Gouverneur Tim Walz verantwortlich und warf der Führung Minnesotas Inkompetenz vor. Der Iran habe größere Probleme, als sich um Minnesota zu sorgen.

Die Washington Post erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der Iran die USA seit dem Ende Februar, als die USA und Israel gemeinsam einen Krieg begannen, aktiv mit Cyberattacken ins Visier genommen habe. Mit Blick auf den Reflecting Pool bleibt der Streit damit bestehen: Während die Justiz auf eine mangelhafte Installation verweist, hält Trump an seiner Darstellung fest.