Aus Deutschland sind 40 afghanische Männer per Charterflug in ihr Heimatland abgeschoben worden. Die Maschine startete nach Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministeriums vom Flughafen Leipzig/Halle und landete am Mittwoch in Kabul. Nach Ministeriumsangaben handelt es sich bei den Abgeschobenen ausschließlich um Männer, die in Deutschland Straftaten begangen hatten.

Unter den Delikten, die den Betroffenen zur Last gelegt werden, sind Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und Drogenhandel. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte gegenüber der Zeitung »Bild«: »Straftäter müssen unser Land verlassen. Auch deswegen sind Rückführungen nach Afghanistan regelmäßiger und verlässlicher Bestandteil unserer Migrationspolitik.«

An der Rückführung beteiligten sich laut Ministerium die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Seit Beginn der laufenden Legislaturperiode wurden insgesamt 303 afghanische Männer aus Deutschland in ihr Herkunftsland abgeschoben. Die Sammelabschiebung zeigt damit, dass Rückführungen nach Afghanistan inzwischen in einer Größenordnung stattfinden, die über Einzelfälle deutlich hinausgeht.

Die erste Sammelabschiebung von Straftätern nach Afghanistan seit der erneuten Machtübernahme der radikal-islamistischen Taliban im August 2021 war 2024 mit Unterstützung des Golfemirats Katar organisiert worden. Im Februar 2026 flog die Bundespolizei erstmals ohne Hilfe von Drittstaaten 20 Straftäter direkt nach Kabul, auf Grundlage einer Vereinbarung mit den Taliban. Der aktuelle Flug ist damit ein weiterer Schritt auf diesem Weg, der ohne Vermittlung eines Drittstaats auskommt.

Die Abschiebung fällt in eine Zeit des Protests: Am vergangenen Wochenende hatten an mehreren deutschen Flughäfen Hunderte Menschen gegen Abschiebungen demonstriert. Die Demonstrationen richteten sich gegen Rückführungen in ein Land, das seit der Machtübernahme der Taliban von islamistischer Herrschaft geprägt ist. Wie die Proteste die weitere Praxis beeinflussen, bleibt abzuwarten.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.