George und Amal Clooney haben ihr Anwesen in Südfrankreich wegen der verheerenden Waldbrände verlassen müssen. Ein Sprecher des Schauspielers bestätigte die Evakuierung der Familie, die mit ihren neunjährigen Zwillingen Alexander und Ella in Brignoles in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur lebt. Die Feuer wüten in mehreren Teilen der Region, die zu den am stärksten betroffenen Gebieten des Landes zählt.

Bekannt wurde die Flucht durch einen Brief, den George Clooney an den Bürgermeister von Brignoles, Didier, richtete. Darin heißt es: „Lieber Didier, im Moment haben wir keine Ahnung, ob unser schönes Haus diesen schrecklichen Moment übersteht.“ Der Schauspieler klagte jedoch nicht über den möglichen Verlust seines Anwesens, sondern betonte die Verbundenheit mit der Gemeinde: „Während wir Brignoles verlassen, möchten wir zwei Dinge betonen: Erstens hoffen wir, dass es euch und den Menschen unserer Stadt gut geht, und zweitens versichern Amal und ich euch, dass wir – egal, was mit unserem Dorf geschieht – ein Teil dieser Gemeinschaft sind und dazu beitragen werden, sie wieder zusammenzuführen.“ Der Brief endet mit den Worten: „Wir lieben Brignoles und unsere Freunde, die dort leben.“

Die Lage in Frankreich ist dramatisch. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Associated Press haben die Brandflächen inzwischen die vierfache Größe von Paris erreicht. In der Region Gironde mussten rund 224.000 Menschen ihre Häuser verlassen, in der Provence-Alpes-Côte d'Azur weitere 3.000. Auch in Spanien sind mindestens 63.152 Menschen von den Feuern betroffen. In Griechenland kamen zwei Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten ums Leben, wie Reuters meldet. Italien kämpft ebenfalls gegen die Flammen.

Dass ein Hollywoodstar seinen Hauptwohnsitz auf einem Bauernhof in Südfrankreich hat, ist kein Zufall. Clooney besitzt zwar auch Anwesen in England, am Comer See und in Kentucky, doch die Familie entschied sich für die Provence wegen der Kinder. „Ich hatte Angst davor, unsere Kinder in Los Angeles großzuziehen, in dieser Hollywood-Kultur“, sagte der Schauspieler im Oktober 2025 dem Magazin „Esquire“. „Ich hatte das Gefühl, sie würden niemals eine echte Chance im Leben bekommen. In Frankreich ist Prominenz den Leuten irgendwie ziemlich egal. Ich will nicht, dass sie herumlaufen und sich Sorgen um Paparazzi machen. Ich will nicht, dass sie mit den berühmten Kindern anderer Leute verglichen werden.“

Der Alltag auf dem Land hat für Clooney eine besondere Ironie. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er selbst auf einem Bauernhof, und damals hasste er diese Umgebung. Für seine Kinder sehe er es heute anders: „Aber jetzt, für sie, ist es so, dass sie nicht am iPad hängen. Sie essen mit Erwachsenen zu Abend und müssen ihr Geschirr wegräumen. Sie haben ein viel besseres Leben.“ Schon im Februar 2025 sagte Clooney der „New York Times“, er hätte sich nie träumen lassen, einmal in einem Landhaus zu wohnen. „Als ich in Kentucky aufgewachsen bin, wollte ich nur weg von einem Bauernhof, weg von diesem Leben“, so der Oscarpreisträger. „Jetzt finde ich mich in genau diesem Leben wieder. Ich fahre Traktor und all diese Dinge. Es ist die beste Chance auf ein normales Leben.“

Die Familie Clooney hofft nun, dass ihr Haus die Feuer übersteht. Der Sprecher wollte sich zum aktuellen Zustand des Anwesens nicht äußern. Die Löscharbeiten in Südfrankreich dauern an, unterstützt von Einsatzkräften aus anderen Regionen und dem Ausland. Behörden warnen vor weiterer Brandgefahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit und starken Winde.