Die Polizei hat in Kalifornien einen bewaffneten Mann festgenommen, der sich im Vorfeld eines geplanten Auftritts von US-Präsident Donald Trump auf dessen Golfplatz in der Nähe von Los Angeles aufgehalten haben soll. Der 38-Jährige sei am Sonntag von zivilen Bundesagenten beobachtet worden, wie er über das Gelände des Trump National Golf Club in Rancho Palos Verdes ging, teilte die Polizei am Dienstag (Ortszeit) mit. Der Mann habe sich dabei verdächtig verhalten.
Nach Angaben der Ermittler war der Verdächtige am Sonntag festgenommen worden, als er über das Golfplatzgelände lief, Fotos und Videos aufnahm und den Anschein erweckte, als beobachte er die Aktivitäten zur Sicherheitsplanung für den bevorstehenden Besuch des Präsidenten. Bei dem 38-Jährigen und in seinem Auto seien eine Pistole und Patronen gefunden worden, hieß es in der Polizeimitteilung. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Beamten den Angaben zufolge weitere Waffen und Munition sicher.
Der Verdächtige stammt aus Downey, einer Stadt in der Nähe des Golfplatzes. Der Trump National Golf Club liegt in Rancho Palos Verdes nahe Los Angeles. Dort wollte Trump am Dienstagabend an einem Dinner seiner Republikanischen Partei teilnehmen. Die Festnahme erfolgte damit zwei Tage vor dem geplanten Auftritt des US-Präsidenten.
Der Mann soll die Sicherheitsvorkehrungen für den geplanten Auftritt Trumps ausspioniert haben. Über ein mögliches Motiv machten die Behörden zunächst keine Angaben. Auch die Frage, ob der 38-Jährige gezielt den Golfclub aufgesucht hatte, um die Vorbereitungen für das Dinner auszukundschaften, ließen die Ermittler zunächst offen. Die zivilen Bundesagenten, die den Mann entdeckten, waren den Angaben zufolge bereits im Vorfeld des Termins auf dem Gelände im Einsatz.
Die Polizei informierte am Dienstag über den Vorfall, wenige Stunden bevor Trump den Golfklub am Abend aufsuchen wollte. Ob der Ablauf der Veranstaltung von der Festnahme beeinflusst wurde, ging aus den Angaben zunächst nicht hervor. Einzelheiten zum weiteren Vorgehen gegen den 38-Jährigen wurden nicht genannt.
Die politische Nachrichtenlage in den USA wurde am Dienstag von weiteren Themen bestimmt. So wurde der Jurist Jay Clayton als neuer Direktor der nationalen Nachrichtendienste vereidigt. Der 60-Jährige legte seinen Amtseid im Beisein von Präsident Trump ab; Finanzminister Scott Bessent führte ihn in das Amt ein. Clayton übernimmt die Aufsicht über die 18 US-Geheimdienste, darunter die CIA und das FBI.
Clayton war zuvor in die Kritik geraten, weil er als Bundesanwalt Journalisten der «New York Times» vorgeladen hatte, die über Sicherheitsmängel bei Trumps neuem Präsidentenflugzeug berichtet hatten. Nach einer juristischen Beschwerde der Zeitung zog die Bundesanwaltschaft die Vorladung zurück.
Unterdessen hat das US-Verteidigungsministerium die Verteidigungsstrategie Deutschlands ungewöhnlich deutlich gelobt. Elbridge Colby, Unterstaatssekretär und Nummer drei in der Hierarchie des Pentagon, schrieb auf der Plattform X, Deutschland positioniere sich durch sein Handeln als eine der führenden Kräfte der konventionellen Verteidigung Europas. Er verwies auf die neue deutsche Militärstrategie und die Zusage eines sogenannten Fünf-Prozent-Ziels, die eine Neuausrichtung der Nato erheblich beschleunigen würde.
Präsident Trump kritisierte zudem die hohen Gewinne großer Ölkonzerne wie Chevron und Exxon Mobil. Die Unternehmen verdienten zu viel Geld, sagte er vor Reportern, und forderte die Branche auf, dazu beizutragen, die Kraftstoffpreise niedrig zu halten. Die Preise sind weltweit und auch in den USA derzeit relativ hoch; ein Grund dafür ist der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel begonnen haben. Vor den Zwischenwahlen im November kommen die hohen Preise auch bei vielen Wählern der Republikaner schlecht an.
