In der Straße von Hormus ist erneut ein Rohöltanker unter Beschuss geraten. Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) wurde das Schiff an der Backbordseite von einem unbekannten Projektil getroffen. Der Vorfall ereignete sich nahe der nördlichen Spitze des Oman, wo die Enklave Musandam in die Meerenge hineinragt. Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs weniger als acht Kilometer von der Küste entfernt.
Die Besatzung des Tankers soll sich nach dem Zwischenfall in Sicherheit befinden. Die UKMTO beruft sich bei ihren Angaben auf den Kapitän des Schiffes. Weitere Einzelheiten zu dem Projektil oder möglichen Urhebern wurden zunächst nicht bekannt. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Schiffe in der Region ein, die sich in jüngster Zeit fast täglich ereignen.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen für den weltweiten Energiehandel. An ihrer engsten Stelle ist sie nur rund 35 bis 40 Kilometer breit. Der Iran und der Oman sind die direkten Anrainerstaaten der Meerenge. Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA ist die Wasserstraße zum zentralen Streitpunkt geworden. Der Iran blockiert dort mit Angriffen auf Schiffe den Verkehr weitgehend. Auch das US-Militär hatte zivile iranische Schiffe attackiert.
Die anhaltenden Angriffe gefährden den Schiffsverkehr in der Region erheblich. Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gilt seit geraumer Zeit als riskant. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO berichtet regelmäßig von Zwischenfällen. Erst vor wenigen Tagen waren nach britischen Angaben zwei weitere Tanker unter Beschuss geraten. Die Serie von Vorfällen hat die Sicherheitslage für die zivile Schifffahrt in der Meerenge weiter verschärft.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Ein großer Teil des weltweiten Rohöltransports läuft durch diese Wasserstraße. Störungen des Verkehrs haben daher unmittelbare Auswirkungen auf die globale Energieversorgung. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung in der Region mit großer Sorge. Bislang gibt es keine Anzeichen für eine Entspannung der Lage.
Die Hintergründe der jüngsten Angriffe sind unklar. Die UKMTO machte keine Angaben zu möglichen Verantwortlichen. Der Iran und die USA liefern sich seit längerem einen Konflikt, der sich auch auf die Schifffahrt in der Region auswirkt. Die Meerenge ist zum Schauplatz wiederholter Auseinandersetzungen geworden. Ob und wann sich die Situation beruhigt, ist derzeit nicht absehbar.
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