Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat nach eigenen Angaben mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und dabei über eine Verlängerung des Gasabkommens zwischen beiden Ländern gesprochen. Vučić hofft nach Angaben aus Belgrad auf weiterhin günstige Gaslieferungen aus Russland. Das Gespräch fällt in eine Phase, in der sich Serbien bemüht, seine Energieversorgung zu sicheren Konditionen zu halten, während in der Europäischen Union die Abkehr von russischem Gas voranschreitet.

Serbien ist stark von russischen Gasimporten abhängig und verfolgt seit Beginn des Krieges in der Ukraine einen Balanceakt: Einerseits strebt das Land eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union an, andererseits pflegt es traditionell enge Beziehungen zu Moskau. Eine Verlängerung des Gasabkommens würde diese Sonderstellung weiter zementieren und dürfte in Brüssel für Aufmerksamkeit sorgen. Konkrete Angaben zum Umfang oder zur Laufzeit einer möglichen Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt.

Unterdessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die anhaltenden russischen Angriffe scharf verurteilt. Russland eskaliere jeden Tag, erklärte Selenskyj. Bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine gab es nach offiziellen Angaben Tote und Verletzte. Die ukrainische Führung fordert seit Monaten eine verstärkte Luftverteidigung und weitere westliche Militärhilfe, um die Bevölkerung und die Infrastruktur besser zu schützen.

Die jüngsten Angriffe reihen sich in eine Serie von Attacken ein, die seit Wochen immer wieder Ziele in verschiedenen Regionen der Ukraine treffen. Betroffen sind sowohl zivile Einrichtungen als auch die Energieinfrastruktur, was die Versorgungslage in Teilen des Landes zusätzlich verschärft. Rettungskräfte sind im Einsatz, um Verschüttete zu bergen und Verletzte zu versorgen. Genaue Opferzahlen wurden zunächst nicht vollständig bestätigt.

Die diplomatischen Aktivitäten rund um den Krieg dauern an. Während Kiew auf weitere Unterstützung aus dem Westen drängt, versuchen einzelne Staaten wie Serbien, ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Die Gespräche zwischen Vučić und Putin zeigen, wie sehr die Energiepolitik in Südosteuropa weiterhin von russischen Lieferungen geprägt ist – ein Umstand, der die geopolitische Lage in der Region zusätzlich verkompliziert.

Beobachter in Brüssel und Berlin verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Eine Ausweitung russischer Gaslieferungen an Serbien könnte die europäische Linie gegenüber Moskau schwächen, auch wenn Serbien kein EU-Mitglied ist. Für Belgrad steht hingegen die Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Preisen im Vordergrund, gerade mit Blick auf den kommenden Winter.

Die ukrainische Regierung appelliert unterdessen erneut an die internationale Gemeinschaft, den Druck auf Russland zu erhöhen. Selenskyj betonte, dass die täglichen Angriffe eine entschlossene Antwort erforderten. Die Lage an der Front und in den Städten bleibt angespannt, während sich die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges weiter hinziehen.

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Theresa Jungmann

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Reporterin

Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.