Das ukrainische 3. Armeekorps hat nach eigenen Angaben im Rahmen der Offensivoperation «Vivaldi» mehrere Ortschaften in der Region Donezk zurückerobert und dabei mehr als 250 russische Soldaten gefangen genommen. Brigadegeneral Andrij Biletskyj meldete die Befreiung von Nowe, Ridkodub und Kateryniwka sowie die Wiederherstellung der Kontrolle über Karpiwka und Nowomychajliwka. Insgesamt seien 51 Quadratkilometer zurückgewonnen worden, womit sich die seit Operationsbeginn befreite Fläche auf 176 Quadratkilometer summiere.
Die russischen Verluste bezifferte das Korps auf rund 2.000 Soldaten. Unter den Gefangenen sollen sich Offiziere, Piloten und Artilleristen befinden, die sich laut Biletskyj «in ganzen Einheiten» ergeben hätten. Den Durchbruch ermöglichte demnach eine gezielte Täuschung: Die russischen Streitkräfte verlegten ihre Reserven in Erwartung eines Hauptangriffs auf die Achse Schandryholowe–Selenyj Dolyna und ließen sich dort in sinnlosen Gegenangriffen aufreiben. Der eigentliche Stoß galt jedoch der Ortschaft Nowe, die die Russen nach Angaben Biletskyjs «verschlafen» hätten.
Zum Einsatz kamen dabei auch umgebaute sowjetische Schützenpanzer vom Typ BTR-60 aus den 1950er und 1960er Jahren, die zu robotisierten Kamikaze-Systemen umgerüstet worden waren. Mit ihnen seien die stärksten russischen Befestigungsanlagen gesprengt worden. Darüber hinaus soll das 3. Armeekorps nach eigenen Angaben als erste Einheit weltweit unbemannte Bodenfahrzeuge per Drohne tief in den russischen Rückraum eingeflogen haben – ein taktisches Novum, das die Infanterie schützen und feindliche Kommandostrukturen vor dem Angriff lahmlegen soll.
Unterdessen hat Polen die Bewohner der östlichen Region Lublin kurzfristig aufgefordert, sichere Orte aufzusuchen. Angesichts der russischen Angriffe auf die benachbarte Ukraine bestehe auch für diese Region Polens die Gefahr eines Luftangriffs, teilte das polnische Regierungszentrum für Sicherheit mit. Zuvor hatte es bekanntgegeben, dass polnische Kampfflugzeuge aufgrund der russischen Angriffe auf die Ukraine im polnischen Luftraum im Einsatz seien. Kurz darauf hob es die Warnung wieder auf.
Im Krieg in der Ukraine sind bislang fast 260.000 russische Todesopfer namentlich bekannt. Das unabhängige russische Medienunternehmen «Mediazona» bestätigte in Zusammenarbeit mit dem russischen Dienst der BBC die Identitäten von 258.989 gefallenen Militärangehörigen. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien über 10.000 Namen hinzugekommen, doppelt so viele wie normalerweise. Grund ist insbesondere eine Liste von Leichen, die zwischen der Ukraine und Russland ausgetauscht wurde. Die Namen werden allerdings erst hinzugefügt, wenn die Identität unabhängig über offizielle Register bestätigt werden kann. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte deutlich höher liegen, da nicht alle Fälle zweifelsfrei identifiziert werden können.
US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu reduzieren. Demnach habe er Selenskyj gesagt: «Sie sollten den Ausbau der Ölraffinerien verlangsamen.» Der ukrainische Präsident habe laut Trump geantwortet: «Vielleicht werden wir das tun.»
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In Charkiw im Osten des Landes wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow 29 Menschen bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus verletzt, darunter zehn Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt. Auch die Hauptstadt und ihr Umland waren einmal mehr Ziel russischer Attacken. In der Region Kiew kamen Präsident Selenskyj zufolge zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben. Bei einem handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Selenskyj schrieb außerdem von Drohnenangriffen und Schäden unter anderem an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in der Hauptstadt Kiew. In der Region Odessa sei ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen worden. Regionale Behörden sprachen dort von zwei Verletzten.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul bei deren Treffen in New York ein provozierendes Schriftstück vorgelegt. Die Chefdiplomaten trafen sich samt ihren Mitarbeitern im Besprechungsraum der russischen Delegation im UN-Gebäude. Als Wadephul eintraf, lag bereits ein Dokument in englischer Sprache auf seinem Platz.
Südkorea hat der Ukraine vorgeworfen, gegen eine vertrauliche Vereinbarung zwischen beiden Ländern zur Überstellung nordkoreanischer Kriegsgefangener verstoßen zu haben. Das südkoreanische Präsidialamt fordere «eine offizielle Erklärung und eine Entschuldigung», erklärte der im Präsidialamt für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Seong Ghi Hong am späten Sonntagabend.
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