US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Miami eingeladen. Die Einladung stellt Bundeskanzler Friedrich Merz und die europäischen Partner vor die Frage, wie sie mit der Teilnahme des russischen Staatschefs umgehen sollen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Gipfels wird damit gerechnet, dass Putin die Einladung annimmt.
Für die europäischen Staats- und Regierungschefs bedeutet dies eine heikle Situation. Einerseits wollen sie den Dialog mit Russland nicht abbrechen, andererseits wollen sie Putin keine Plattform bieten, die dessen internationale Isolation durchbrechen könnte. Merz steht vor der Aufgabe, eine gemeinsame europäische Position zu finden, ohne die Beziehungen zu den USA zu belasten.
Der G20-Gipfel in Miami findet im Dezember statt. Trump hatte bereits im Vorfeld angekündigt, Putin einzuladen. Die russische Regierung hat die Einladung bislang nicht offiziell bestätigt. Sollte Putin teilnehmen, wäre es sein erster Auftritt bei einem G20-Gipfel seit Jahren.
Die Entscheidung über die Teilnahme wird auch davon abhängen, wie sich die Lage in der Ukraine bis dahin entwickelt. Die europäischen Länder fordern von Russland ein Ende des Angriffskriegs und die Rückkehr zu diplomatischen Lösungen. Eine Einladung Putins ohne Vorbedingungen könnte als Zugeständnis an Moskau gewertet werden.
Merz und die Europäer müssen nun Szenarien entwickeln, wie sie auf die mögliche Anwesenheit Putins reagieren. Dazu gehört die Frage, ob sie selbst am Gipfel teilnehmen oder ob sie auf ein Treffen mit Putin verzichten. Auch die Abstimmung mit anderen G20-Staaten wie China, Indien oder Brasilien spielt eine Rolle.
Die Einladung Putins ist Teil einer Reihe von internationalen Treffen, die in den kommenden Monaten anstehen. Im November findet der Apec-Gipfel statt, bei dem auch Putin erwartet wird. Im Dezember folgt der G20-Gipfel in Miami. Trump hatte zuletzt auch den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu einem Staatsbesuch in Washington empfangen.
Für die europäische Politik bedeutet die Einladung eine Zäsur. Nach Jahren der Isolation Russlands auf internationaler Bühne könnte Putin wieder verstärkt in globale Gespräche eingebunden werden. Ob dies zu einer Entspannung oder zu einer weiteren Verhärtung der Fronten führt, ist offen.
Merz wird sich mit den europäischen Partnern abstimmen müssen, um eine gemeinsame Linie zu finden. Dabei geht es auch um die Frage, wie die Europäer ihre Interessen gegenüber den USA und Russland wahren können. Die Entscheidung über die Teilnahme am G20-Gipfel wird in den kommenden Wochen fallen.
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