Die Republikaner haben im US-Bundesstaat South Carolina Hochrechnungen zufolge einen weiteren Senatssitz an die Demokraten verloren. Die von Präsident Donald Trump unterstützte Kandidatin Darline Graham Nordone unterlag bei der Parlamentswahl der Demokratin Annie Andrews. Das berichteten die Sender NBC News und CBS News auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen.

Graham Nordone ist die Schwester des Senators Lindsey Graham, der im Juli im Alter von 71 Jahren überraschend an den Folgen einer Gefäßerkrankung gestorben ist. Der einflussreiche Republikaner war ein enger Verbündeter Trumps und eine der wichtigsten außenpolitischen Stimmen in Washington. Als Kandidat für die Zwischenwahlen, die sogenannten Midterms, war er bereits gesetzt gewesen, bevor er starb.

Dass seine Schwester nun antrat, war bemerkenswert. Die 62-Jährige war vor dem Tod ihres Bruders politisch nie in Erscheinung getreten. Sie stellte ihren Wahlkampf stark auf die Unterstützung Trumps aus und wollte das Erbe ihres Bruders fortführen. Dabei warb sie mit konservativen Werten. Ihr familiärer Hintergrund allein reichte jedoch nicht aus, um den Sitz für die Republikaner zu halten.

Analysten des überparteilichen Cook Political Report hatten die Chancen der Republikaner auf einen Sieg höher eingeschätzt als die der Demokraten. Der Bundesstaat an der Ostküste mit rund 5,6 Millionen Einwohnern wird seit Jahrzehnten von Republikanern regiert. Auch bei Präsidentschaftswahlen liegen republikanische Kandidaten dort traditionell vor den Demokraten. Die Niederlage ist deshalb ein Rückschlag für die Partei von Präsident Trump, zumal sie in einem Bundesstaat erfolgt, der als sicher gilt.

Die Wahl fällt in eine Phase, in der die Republikaner auch auf nationaler Ebene unter Druck stehen. Nach Hochrechnungen haben sie zudem ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren, wie die Sender CNN und NBC News auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen meldeten. Die Demokraten werden damit die Kontrolle über die Parlamentskammer übernehmen. Der Verlust dieser Mehrheit ist ebenfalls eine Niederlage für Trump und wird ihm das Regieren künftig erschweren. Bislang fiel das Parlament als Kontrollinstanz in seiner zweiten Amtszeit weitgehend aus.

Auch im Senat, der zweiten Parlamentskammer, verbuchten die Demokraten Gewinne. Der Ausgang der Wahl in South Carolina zeigt, dass selbst traditionell konservative Staaten nicht mehr als sichere Bastionen gelten. Die Ergebnisse der Zwischenwahlen werden nun genau beobachtet, da sie Einfluss auf die politischen Spielräume der Regierung in Washington in den kommenden Jahren haben dürften.

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Niklas Gerhardt

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Politischer Korrespondent

Niklas Gerhardt berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.