Russlands Präsident Wladimir Putin fürchtet einem Medienbericht zufolge um sein Leben, falls der Krieg in der Ukraine ohne einen russischen Erfolg endet. Das US-Medium „The Economist“ berichtet unter Berufung auf Quellen aus Putins Umfeld, der Kremlchef habe im Laufe des Krieges zu Menschen in seinem Umfeld gesagt: „Sie werden mich hängen.“ Weder der Kontext noch weitere Details des Gesprächs seien bekannt, räumen die Autoren des Artikels ein. Niemand wisse, was in Putins Kopf vorgehe. Sie vermuten jedoch, dass er sich wahrscheinlich „von der kriminellen Logik seines Regimes leiten lässt: niemals Schwäche zeigen“.
Unterdessen zeichnet sich in der Frage der militärischen Nutzung des Satellitennetzes Starlink durch die Ukraine eine mögliche Wende ab. SpaceX-Chef Elon Musk soll grundsätzlich bereit sein, der Ukraine den Einsatz von Starlink-gestützten Drohnen gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet zu gestatten. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Demnach erklärte Musk gegenüber dem früheren ukrainischen Vizeregierungschef Mychajlo Fedorow zugleich, eine solche Freigabe sei eine politische Entscheidung, die das Weiße Haus treffen müsse.
Kiew will Starlink nutzen, um russische Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen mit Drohnen anzugreifen – möglichst noch bevor die Raketen gestartet werden. Die Satellitenverbindung soll eine schwer zu störende Steuerung über größere Entfernungen ermöglichen. Nach Angaben der „Financial Times“ geht es um Ziele bis zu 200 Kilometer tief in Russland. Damit könnte die Ukraine zugleich ihren Bedarf an knappen Patriot-Abfangraketen verringern. Wann Musk und Fedorow das Gespräch führten, ist allerdings unklar. Fedorow wollte sich dazu nicht äußern. Noch Anfang August hatten Berichte nahegelegt, Musk lehne den Einsatz von Starlink über Russland aus Sorge vor einer weiteren Eskalation ab. Ob seine nun bekannt gewordenen Aussagen einen Kurswechsel markieren oder aus einem früheren Gespräch stammen, lässt sich deshalb nicht sicher sagen.
Im Mittelmeer kontrolliert die EU-Marinemission wegen einer mutmaßlichen Zugehörigkeit zur russischen „Schattenflotte“ den Öltanker „MV Sun“. Das Schiff stehe im Verdacht, unter falscher Flagge zu fahren und damit gegen internationales Seerecht zu verstoßen, teilte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf der Plattform X mit. Einsatzkräfte der Mission „Eunavfor Med Irini“ gingen am Sonntag an Bord des Tankers, um dessen Flagge zu überprüfen. Die EU-Mission wurde ursprünglich im Jahr 2020 zur Durchsetzung eines UN-Waffenembargos gegen Libyen eingerichtet. Die EU-Mitgliedstaaten weiteten das Mandat jedoch aus, um auch solche Überprüfungen zu ermöglichen.
In Deutschland fordert die SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller ein deutliches Stoppsignal gegenüber Russland. „Wir alle wollen keine weitere kriegerische Eskalation mit Russland“, sagte Möller im Deutschlandfunk. „Aber klar ist, dass da Grenzen aufgezeigt werden müssen und dass wir sehr wohl wahrnehmen, wie Russland auf unserem Territorium operiert und dass wir ein sehr deutliches Stoppsignal dagegen setzen.“ Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Schon bald will die Bundesregierung Angaben dazu machen, wer aus ihrer Sicht für den versuchten Anschlag verantwortlich war. Möller sagte, es deute alles darauf hin, dass es in Richtung Russland gehe. Sie begrüße es, wenn an dieser Stelle Klarheit geschaffen werde.
In Russland melden die Behörden unterdessen einen neuen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in der Stadt Jekaterinburg. Drohnen und herabstürzende Trümmerteile hätten Wohngebäude und eine Logistikanlage getroffen, teilte der zuständige Gouverneur mit. Das genaue Ziel des Angriffs nannte er nicht. Menschen seien bei dem Vorfall nicht zu Schaden gekommen. Jekaterinburg, eine der größten Städte Russlands, liegt mehr als 1.400 Kilometer östlich von Moskau. In vergangener Zeit hat es wiederholt Drohnenangriffe auf Anlagen von Online-Händlern in verschiedenen Städten Russlands gegeben. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den Angriffskrieg Russlands.
Russland betrachtet die Aktivitäten der Nato in der Arktis nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow als direkte Bedrohung für seine Sicherheit. Moskau stufe militärische Übungen der Nato in dem Gebiet als aggressiv ein, erklärt der langjährige Außenminister von Präsident Wladimir Putin in einem vom russischen Außenministerium veröffentlichten Artikel. „Eine derartige militärische Aktivität im hohen Norden stellt eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Russlands dar. Die Risiken von Zwischenfällen, die eine bewaffnete Konfrontation auslösen könnten, steigen“, wird Lawrow zitiert.

