Im Endspurt des US-Wahlkampfs für die Zwischenwahlen ist der reichste Mann der Welt zum Rekordspender für die Republikaner von Donald Trump geworden. Elon Musk hat nach den vorliegenden Angaben mehr als 440 Millionen Dollar in den Wahlkampf investiert. Den größten Einfluss entfaltet sein Engagement im Bundesstaat Texas, der für Musk aus wirtschaftlichen und persönlichen Gründen von besonderer Bedeutung ist.

Die Zwischenwahlen gelten in den Vereinigten Staaten als wichtiger Stimmungstest für die Regierung des amtierenden Präsidenten. Bei ihnen werden das Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu gewählt. Dass ein einzelner Unternehmer so hohe Summen in die Kampagne steckt, verleiht der Wahl eine zusätzliche Dimension, denn die Grenze zwischen privatem Vermögen und politischer Einflussnahme wird dadurch besonders sichtbar. Musk, der als Eigentümer des Elektroauto-Herstellers Tesla und der Plattform X bekannt ist, hatte sich bereits in den vergangenen Jahren stark in der US-Politik engagiert.

Parallel dazu zeigt sich, wie intensiv Trump selbst den Wahlkampf führt. Kurz vor dem Ende der heißen Phase besuchte er Florida und trat in Daytona Beach vor Tausenden Anhängern auf. Die Halle, in der die Veranstaltung stattfand, bietet bis zu 9.000 Menschen Platz. Der Andrang war schon am frühen Nachmittag groß, eine lange Schlange bildete sich auf dem Parkplatz bei feuchtwarmen 26 Grad. Das Publikum war überwiegend älter, größtenteils weiß und eher männlich, und überall waren die roten Mützen mit dem Slogan »Make America Great Again« zu sehen. Auf der Anzeigetafel stand als Anspielung auf seine Amtszeiten das Ergebnis »Trump vs. Trump: 45 zu 47«, denn er ist der 45. und 47. Präsident der Geschichte der USA.

Der Präsident war im Oktober nahezu ununterbrochen unterwegs. Daytona war der 27. Stopp seiner Wahlkampftour innerhalb eines Monats, an manchen Tagen sprach er an zwei Orten. Nach fast jeder Veranstaltung flog er noch am selben Abend zurück nach Washington. Zunächst waren noch Termine in Kansas und Iowa geplant, die einen Tag vor dem Auftritt in Florida jedoch unerwartet abgesagt wurden. Trump erklärte, es laufe ohnehin gut für seine Partei. Am Freitag folgte dann eine Kehrtwende: Vertreter beider Staaten hätten ihn um einen Auftritt gebeten, weshalb er am Sonntag doch dorthin reisen werde. Bei den Midterms könnten in beiden Bundesstaaten zwei Senatssitze an die Demokraten gehen.

Der Rückhalt für Trump und seine Partei ist in Florida nach allen Umfragen vergleichsweise stabil. Seit seiner ersten Amtszeit hat sich der Bundesstaat, einst ein Swing State mit wechselnden Mehrheiten, zu einem verlässlichen Standort für die Republikaner entwickelt. 2024 erhielt Trump in einigen Wahlkreisen dort mehr als 80 Prozent der Stimmen. Die Republikaner stellen den Gouverneur, beide Senatoren und einen Großteil der Abgeordneten im Repräsentantenhaus. Einen Erdrutschsieg der Demokraten sagen die Umfragen für die Zwischenwahlen nicht voraus.

Trotz dieser Unterstützung bleibt offen, wie stark sich die Millionenspenden tatsächlich auf den Ausgang der Wahl auswirken werden. Politiker konzentrieren ihre Auftritte üblicherweise auf Regionen mit knappen Rennen, während sichere Gebiete selten besucht werden. Der Besuch in Florida war daher vor allem ein Signal der Stärke, dessen politischer Nutzen angesichts der ohnehin günstigen Lage begrenzt erscheint.

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Theresa Jungmann

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Reporterin

Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.