Bei einem schweren Autobombenanschlag auf eine Polizeizentrale in der Stadt Kohat im Nordwesten Pakistans sind nach Angaben der Polizei mindestens 16 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug rammte nach Angaben eines lokalen Polizeivertreters ein Tor des Geländes und detonierte. Die Wucht der Explosion beschädigte auch eine Moschee auf dem Polizeigelände, in der sich zum Zeitpunkt des Anschlags Gläubige zum Freitagsgebet versammelt hatten.
Mehr als 50 Verletzte wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, wie ein Arzt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Sorge vor einer noch höheren Opferzahl war groß, da zunächst unklar blieb, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Detonation auf dem Gelände aufhielten. Fernsehaufnahmen des pakistanischen Senders Geo zeigten Menschen, die in Panik vom Anschlagsort flohen. Am Boden waren leblose Körper zu sehen, Rettungswagen brachten die Opfer in umliegende Kliniken.
Zunächst reklamierte niemand den Anschlag in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa für sich. In dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet sind sowohl ein regionaler Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch die pakistanischen Taliban (TTP) aktiv. Die Sicherheitslage in der Region hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert.
Erst Anfang August wurden bei einem Selbstmordanschlag im Swat-Tal in derselben Provinz 14 Menschen getötet. Auch dieser Angriff ereignete sich vor einer Polizeiwache. Dort hatten Hunderte Menschen gegen die zunehmende Gewalt in der Region demonstriert. Bereits in den Monaten zuvor hatte es immer wieder Anschläge auf Polizisten in Khyber Pakhtunkhwa gegeben.
Pakistan wirft der islamistischen Taliban-Regierung im Nachbarland Afghanistan vor, Terrorgruppen im Grenzgebiet Unterschlupf zu gewähren. Die Führung in Kabul weist diese Vorwürfe zurück. Im Frühling 2026 war der Konflikt der beiden Nachbarländer eskaliert. Seitdem kommt es regelmäßig zu gegenseitigem Beschuss entlang der Grenze.
Die Stadt Kohat rief nach der Explosion den Notstand aus. Rettungskräfte und Sicherheitsbehörden waren im Einsatz, um weitere Opfer zu bergen und die Hintergründe des Anschlags aufzuklären. Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.

