Alexander Zverev rückt der Spitze der Tennis-Weltrangliste immer näher. Der aktuell führende Italiener Jannik Sinner hat nun auch seine Teilnahme am Masters-Turnier in Shanghai abgesagt, das vom 7. bis 18. Oktober ausgetragen wird. Damit verliert der 25-Jährige die Möglichkeit, seinen Vorsprung in der Weltrangliste weiter auszubauen.
«Ich habe es immer sehr genossen, vor den Fans in Shanghai zu spielen, und es tut mir wirklich leid, dass ich nächste Woche nicht dabei sein kann», schrieb Sinner auf Instagram. Bereits in Peking, wo Zverev aktuell im Achtelfinale steht, fehlt der Italiener. Wegen anhaltender Knieprobleme muss Sinner pausieren und verpasst damit zwei wichtige Turniere der asiatischen Hartplatzsaison.
Für Zverev sind das gute Nachrichten im Rennen um den Tennis-Thron. Aktuell fehlen ihm in der Weltrangliste nur noch 1.330 Punkte auf Sinner. Anfang Februar, nach den Australian Open, hatte der Deutsche noch über 9.000 Punkte Rückstand auf den damals führenden Carlos Alcaraz und knapp 5.700 auf den zweitplatzierten Sinner gehabt. Diese Lücke hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verkleinert.
Der 28-jährige Zverev hatte zuletzt mit dem Triumph bei den US Open seinen zweiten Grand-Slam-Sieg gefeiert. Sollte er die Weltrangliste anführen, wäre er erst der zweite Deutsche nach Boris Becker, dem dieses Kunststück gelingt. Becker war insgesamt zwölf Wochen die Nummer eins der Welt. Der dreimalige Wimbledonsieger hatte bereits während der US Open bei «sporteurope.tv» angemerkt, es sei nur noch «eine Frage der Zeit, bis Zverev die Nummer eins wird».
Die Absage Sinners für Shanghai bedeutet für Zverev die Chance, bei den verbleibenden Turnieren der Saison weiter Punkte zu sammeln und den Rückstand weiter zu verringern. Sinner hingegen muss sich auf seine Knieprobleme konzentrieren und hofft auf eine schnelle Genesung. Ob er in dieser Saison noch einmal auf die Tour zurückkehrt, ist derzeit offen.
Für den deutschen Tennis-Sport wäre eine Nummer eins Zverev ein historischer Meilenstein. Seit Boris Becker hat kein deutscher Spieler mehr an der Spitze der Weltrangliste gestanden. Zverev selbst hat in den vergangenen Jahren mehrfach betont, dass die Nummer eins sein großes Ziel sei. Mit dem US-Open-Titel und der aktuellen Entwicklung im Ranking rückt dieses Ziel in greifbare Nähe.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Zverev die Gunst der Stunde nutzen kann. In Peking steht er im Achtelfinale, weitere Turniere in Asien und Europa folgen. Sinner hingegen muss von der Seitenlinie aus zusehen, wie sein Vorsprung Stück für Stück schmilzt. Die Tennis-Welt darf sich auf ein spannendes Finale im Kampf um die Spitze der Weltrangliste freuen.
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