Der Deutsche Umweltpreis ist in diesem Jahr an eine Klima-Anwältin und an einen Experten für Abwasserreinigung vergeben worden. Bei der Verleihung zeigte sich die Preisträgerin alarmiert: Die Klimakrise gefährde die Lebensgrundlagen vieler Menschen, und die Gesellschaft müsse dringend handeln. Richtige Feierlaune wollte trotz der Auszeichnung nicht aufkommen.
Die Klima-Anwältin sagte sinngemäß, man begebe sich in immense Gefahr, wenn der Klimawandel nicht entschlossen bekämpft werde. Ihr Engagement gilt der juristischen Durchsetzung von Klimaschutz und der Frage, welche Verantwortung Staaten und Unternehmen für die Folgen tragen. Der Umweltpreis würdigt damit einen Weg, der weniger auf technische Lösungen als auf rechtliche Verbindlichkeit setzt.
Der zweite Preisträger wurde für seine Arbeit im Bereich der Abwasserreinigung ausgezeichnet. Seine Verfahren sollen helfen, Gewässer besser zu schützen und Ressourcen aus dem Abwasser zurückzugewinnen. Beide Preisträger stehen für unterschiedliche Ansätze, die Umwelt zu bewahren: rechtliche Verantwortung auf der einen, praktische Innovation auf der anderen Seite.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte bei der Verleihung, dass die Gesellschaft ihre Lebensweisen überdenken müsse. Der Preis soll das Bewusstsein für ökologische Fragen stärken und zeigen, wie Engagement vor Ort, in der Wissenschaft und vor Gericht Wirkung entfalten kann. Die Verleihung fällt in eine Zeit, in der Klimafolgen wie Hitze, Trockenheit und Starkregen auch in Südbaden zunehmend spürbar werden.
Für die Region bedeutet die Debatte vor allem eine Frage des Alltags. Wie gehen Städte und Gemeinden mit Wasser, Energie und Klimafolgen um, und welche Verantwortung tragen Bürgerinnen und Bürger? Die Warnungen der Preisträgerin machen deutlich, dass diese Fragen nicht auf die großen politischen Bühnen beschränkt bleiben, sondern in Rathäusern, Betrieben und Haushalten entschieden werden.
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