Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen, allerdings mit deutlich geringerem Tempo als zuvor. Nach dem Global Wealth Report der Allianz wuchs das Brutto-Geldvermögen 2025 um 4,9 Prozent auf 9,9 Billionen Euro. Im Vorjahr hatte die Zunahme noch 7,4 Prozent betragen.
Anders als in vielen anderen Ländern war die Vermögensentwicklung in Deutschland «überwiegend spargetrieben», wie der Versicherungskonzern am Dienstag mitteilte. Das Netto-Geldvermögen – also das Bruttovermögen abzüglich Verbindlichkeiten wie Schulden – lag pro Kopf bei 91.780 Euro. Damit belegt die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich Platz 13. An der Spitze stehen weiterhin die USA.
Weltweit legte das Geldvermögen laut Allianz um 8,6 Prozent auf den neuen Rekordwert von 268,4 Billionen Euro zu. «Den größten Beitrag leisteten die Kapitalmärkte: Wertsteigerungen waren für rund vier von fünf Euro des zusätzlichen Geldvermögens verantwortlich», erklärte die Allianz. Der nominale Rekord sei jedoch nur die «halbe Geschichte», betonte Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran. «Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen – real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent.» In Westeuropa liege das reale Geldvermögen lediglich 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019. In Nordamerika seien es 21 Prozent, in China hingegen 70 Prozent.
Für die künftige Entwicklung sieht die Allianz Künstliche Intelligenz als entscheidenden Faktor. «Höhere Produktivität und steigende Unternehmensgewinne könnten die Kapitalmarktrenditen stützen», heißt es in dem Bericht. Zugleich warnt der Konzern vor einer wachsenden Abhängigkeit des Haushaltsvermögens von KI-getriebenen Kapitalmärkten, die die Vermögen verwundbarer mache. Entscheidend sei zudem, «wer die Vermögenswerte besitzt – und damit an den Erträgen teilhat», erklärte Katharina Utermöhl, Leiterin des Bereichs Thematic and Policy Research bei Allianz Research.
Die Zahlen des Global Wealth Report zeigen, dass die Vermögensbildung in Deutschland zwar weiter voranschreitet, aber langsamer als im globalen Durchschnitt. Während weltweit die Kapitalmärkte den Großteil des Zuwachses trugen, stützte sich der deutsche Vermögensaufbau stärker auf das Sparen der Haushalte. Die reale Kaufkraftentwicklung bleibt hinter dem nominalen Wachstum zurück, was die Bedeutung von Inflationsschutz unterstreicht.
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