Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, auch bei Dunkelflauten Strom bereitzuhalten. Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge aus einer ersten Ausschreibungsrunde bekanntgegeben. Die neuen Gaskraftwerke sollen ab 2031 einspringen, wenn Wind- und Sonnenstrom nicht ausreichen. Wie teuer das am Ende für die Verbraucher wird, ist noch offen.

Die Gaskraftwerke entstehen in Brandenburg mit vier Zuschlägen, in Nordrhein-Westfalen mit drei, in Sachsen mit zwei sowie jeweils einem Projekt in Bayern und Baden-Württemberg. Zu den Bietern gehören nach Angaben der Behörde die Unternehmen RWE und Leag, das Gaskraftwerk Leipheim sowie die Stadtwerke Karlsruhe. Insgesamt wurden 5.160 Megawatt Kapazität bezuschlagt. Im Bieterverfahren gingen 41 Gebote ein, geplant sind noch zwei weitere Ausschreibungen.

Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt laut Bundesnetzagentur bei rund 155.296 Euro je Megawattstunde. Daraus ergeben sich für die elf Projekte jährliche Kosten von gut 800 Millionen Euro. Diese sollen über eine neue Umlage von allen Stromverbrauchern getragen werden, die ab 2031 erhoben werden soll. Die Anbieter werden dafür honoriert, dass sie die Kapazitäten bereithalten, auch wenn die Anlagen möglicherweise nur wenige Stunden im Jahr laufen. Der Zuschlag gilt für eine Laufzeit von 15 Jahren.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sprach von einem großen Erfolg der Ausschreibung. «Wir bringen die Kraftwerksstrategie aus der Planung in die Umsetzung und schaffen damit die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung», sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Sie wies darauf hin, dass der durchschnittliche Zuschlagspreis mit rund 155.000 Euro deutlich unter dem Höchstpreis von 244.000 Euro liege. Das sei auch für die Stromkunden wichtig, weil es die Kosten für die Absicherung der Stromversorgung senke.

Reiche betonte zudem, dass die Kraftwerke den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien absichern sollen. «Damit sichern wir den weiteren Ausbau der Erneuerbaren und den Kohleausstieg ab», erklärte sie. Der schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung ist bis 2038 geplant. Die neuen Anlagen sollen in dieser Übergangszeit die Versorgungssicherheit gewährleisten und als Backup in Zeiten geringer Erzeugung aus Solar- und Windenergie einspringen.

Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen. Spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke nach den Plänen dann klimaneutral mit Wasserstoff laufen. Damit ist die Umstellung auf einen klimafreundlicheren Brennstoff vorgesehen, sobald die entsprechende Infrastruktur und Verfügbarkeit gegeben sind.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.